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ROBERT FORSTER – Inferno

1 März 2019 No Comment
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Robert Forster ist eine lebende und immer noch spannende Legende. Seine alte Band Go-Betweens hat schon lange Kultstatus – ihre zweite aktive Phase von 2000 bis 2006 brachte ihnen dann, neben der Anerkennung von Kritikern, auch noch mal eine ganz neue, große, Fanbase. „Inferno“ ist Forsters drittes Soloalbum seit dem Tod von seinem Go-Betweens-Partner Grant McLennan 2006 und wenn auch die beiden anderen Platten ihre ganz eigene Stärke hatten, ist es doch die beste der drei, vielleicht sogar sein insgesamt bestes Soloalbum.

Relativ kurz nach McLennans Tod brachte er 2008 „The Evangelist“ heraus, eingespielt mit den Musikern der letzten Go-Betweens-Besetzung und unter Verwendung der letzten Songwriting-Fragmente McLennans. Dann folgte eine lange Pause. Erst 2015 erschien „Songs To Play“ – ein Album mit einigen tollen Tracks, die aber von der Produktion her wenig mehr als wie aufgehübschte Homedemos klangen. 2017 erschien seine Autobiographie „Grant & I“, die zu Recht von den Kritikern gefeiert wurde  und seinen Kultstatus noch einmal zementierte.

„Inferno“ wurde in Berlin aufgenommen, wie auch sein Solodebüt „Danger In The Past“ von 1990. Als Produzent fungiert Victor Van Vught, der auch damals die Aufnahmen und den Mix gemacht hat. Und er hat einen großartigen Job gemacht – die Platte klingt fantastisch, die Produktion wirkt luftig, kein Ton scheint mit anderen um Aufmerksamkeit zu konkurrieren. Und dazu kommt noch eine beachtliche Gesangsperformance des eigentlichen Nicht-Sängers Forster, der sich an für ihn herausfordernde Melodien wagt und dabei vollends überzeugt.

Als Musiker sind neben Forster Tindersticks-Drummer Earl Havin, Multiinstrumentalist Scott Bromley, Ex-Blumfeld/Kante-Keyboarder Michael Mühlhaus und seine Frau Karin Bäumler von der Partie – eine tolle Besetzung, mit der die Songs gemeinsam eingespielt wurden. Neben kantigen Uptempo-Nummern wie dem Titeltrack oder „I’m Gonna Tell It“ gibt es typische Midtempo-Forstersongs wie der Opener „Crazy Jane On The Day Of Judgement“ oder das starke „No Fame“, das auch gut auf „The Friends Of Rachel Worth“ gepasst hätte. „The Morning“, „I’ll Look After You“ und das wunderbare abschließende „One Bird In The Sky“ sind dann die Nummern mit den eingangs erwähnten großen Melodien.

„Inferno“ zeigt Forster in der Form seines Lebens, es gibt unter den neun Songs keinen einzigen Ausfall. Das Album ist mit 35 Minuten zwar sehr kurz, aber zugleich reich an wunderbarer Musik. Ein Meisterwerk!

Wertung: 6 von 6

VÖ: 01.03.2019

www.tapeterecords.com/artists/robert-forster/

http://www.robertforster.net/

Tracklist:

  1. Crazy Jane On The Day Of Judgement
  2. No Fame
  3. Inferno (Brisbane in Summer)
  4. The Morning
  5. Life Has Turned A Page
  6. Remain
  7. I’ll Look After You
  8. I’m Gonna Tell It
  9. One Bird In The Sky

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