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RUHRPOTT RODEO 2012 – 26.05.2012, Hünxe, Schwarze Heide

29 Mai 2012 No Comment
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Ruhrpott Rodeo 2012

Die Zahl der großen Punkfestivals, die noch im tiefen Westen Deutschlands stattfinden, kann man ja bekanntlich an einer halben Hand abzählen. Und ohne einen Mann würde es selbst diese nicht mehr geben: Alex Schwers. Der Mann, der gefühlt bei jeder wichtigen deutschen Punkband bereits hinterm Schlagzeug saß (derzeit vor allem SLIME), veranstaltete an diesem Pfingstwochenende nun zum sechsten Mal eines der besten deutschen Festivals seiner Art.

Wie die Jahre zuvor versammelten sich tausende Punkfans der Republik auf einem Acker in Hünxe bei Bottrop (oder Dinslaken, oder Oberhausen) für ein international gut bestücktes Lineup. Die Bürde des frühen Auftritts mussten an diesem Tag vor allem VICTIMS FAMILY, MILENRAMA und FRAU POTZ auf sich laden, da der große Strom anreisender Punks neben Zelt aufbauen und erstem Bier kippen zunächst mit Schlangestehen an einem der zwei(!) Kassenhäuschen beschäftigt war.

War das Bändchen aber erst Mal am Handgelenk, ging es drinnen direkt weiter mit ANTISEEN und ihrer Südstaaten-Hillbilly-Punkrockshow. Die Band entstammt dem weiteren GG ALLIN Dunstkreis und so sah das Ganze auch aus. Lange Bärte, ein brennendes Waschbrett und martialisches Gebaren. JINGO THE LUNCH im Anschluss boten ihre seit zwanzig Jahren bewährte Mischung aus Hardrock und Punk. Frontfrau Yvonne Ducksworth gab alles und langsam füllte sich auch das Festivalgelände.

Danach spielte mit THE BUSINESS eine altbekannte Oi-Punk-Legende aus dem Mutterland des Fußballs. THE BUSINESS waren spontan für die COCKNEY REJECTS eingesprungen die, sehr zum Ärger des Veranstalters, kurzerhand ihren Auftritt cancelten. Doch spätestens nachdem Micky Fitz und seine Jungs mit Hits wie Smash The Discos, Maradona oder Southgate die Meute vor der Bühne zum mitgröhlen luden, vermisste wohl keiner mehr die Typen, die da ursprünglich spielen sollten. Und irgendwie war man nach diesem Auftritt auch froh, dass wenigstens vier Engländer in diesem Sommer zumindest kurz ihren Spaß am Thema Fußball haben durften.

THE CREEPSHOW, die Psychobilly-Combo um Frontfrau SARAH BLACKWOOD, boten an diesem Tag musikalisch und optisch eine gelungene Abwechslung im klassischen Punk-Lineup. Mit großer Spielfreude bretterten die kanadischen Psychos durch ihr Set, wobei vor allem die attraktive Sängerin für gute Stimmung sorgte. Diese durfte zur späten Stunde noch auf der kleinen Nebenbühne einige Stücke ihres Solorepertoires zum Besten geben.

Die nun folgenden Bands DIE LOKALMATADORE, ZWAKKELMANN, JAYA THE CAT und BETONTOD waren dann schon wieder alte Bekannte auf dem Ruhrpott Rodeo. Zu den vier Jungens aus Mülheim/Ruhr muss eigentlich nicht mehr viel gesagt werden. Es gibt eben kein schlechtes LOKALMATADORE Konzert. Man bringt höchstens die falsche Laune mit. JAYA THE CAT, die bereits zum dritten Mal Gast auf dem Rodeo waren, brachten mit ihrem Reggae-Punk eine willkommene Abwechslung ins abendliche Programm. An BETONTOD scheiden sich bekanntlich die Geister und während viele vor der Bühne die Band feierten, fragte sich der Rest, weshalb die eigentlich jedes Jahr kommen und immer zu solch prominenter Uhrzeit spielen dürfen.

Dann war es Zeit für den Headliner des Tages. Die TOY DOLLS spielten eines ihrer selten gewordenen Deutschland-Konzerte. Wer schon genug Promille im Blut hatte, der erfreute sich an den Vätern des Spaßpunks und ihren Klassikern wie „Lambrusco Kid“, „Dougy Giro“ oder „Spiders In The Dressing Room“. Die Stimmung vor der Bühne war passend dazu auf ihrem Höhepunkt angekommen, während die drei ihre eingespielte Slapstick Choreografie darboten.

Abschließend durften (oder mussten) TOXOPLASMA noch ran. Zwar sagte Wally, der Sänger der deutschen Hardcore-Punk-Legende, sie hätten die Arschkarte nach den TOY DOLLS aufzutreten, doch das sahen die Zuschauer anders. Vor der Bühne ging es gewohnt hoch her und die Leute schmissen sich über den Acker, als wären sie nicht schon seit zwölf Stunden am feiern. So beendete eine großartige Band einen großartigen Rodeo-Festivaltag, von denen es hoffentlich noch viele geben wird, im Pott!

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