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RUHRPOTT RODEO 2017 – 21. bis 23. Juli, Hünxe

28 Juli 2017 No Comment
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Zurück zu den Wurzeln und alles wieder eine Nummer kleiner. Das Ruhrpott Rodeo holte sich 2017 schon verloren geglaubten Charme zurück und glänzte mit Atmosphäre, einem soliden Line-Up und kleinen aber feinen Details.

Gut 6000 Besucher, überwiegend bestes Festivalwetter und viele alte und ein paar neue Helden des Punkrock und seiner Verwandten – viel schiefgehen kann da eigentlich nicht. Und da sich wohl schon abgezeichnet hatte, dass es nicht ganz so voll wird, rückte das Rodeo wieder näher zusammen.

Park- und Campingplätze, das Festivalgelände und die Hauptbühne, alles war eine Nummer kleiner auf dem diesjährigen Rodeo, das wieder mehr Szene- und Familientreffen statt Festival-Event war, womit man sich als konservativer Punktraditionalist auch gleich viel wohler fühlt. Ist halt einfach gemütlicher so, ganz klar. Und weniger Idioten waren auch da. Dazu kamen wie üblich ein friedliches und respektvolles Miteinander, kurze Wartezeiten am Bierstand, eine Security, die sich wie jedes Jahr kreativ um Sympathiepunkte bemühte, und, äh, die Klosituation, die ja ganz fantastisch war.

Alles gut also, was den Rahmen betraf, und auch musikalisch gingen die drei Tage in Ordnung, auch wenn es natürlich kein Weltklasse-Line-Up war, sondern eher solider Rodeo-Standard. So gab es relativ wenig Neues, Besonderes oder Innovatives zu sehen und zu hören, und stattdessen ein Wiedersehen mit vielen Bands, die in den vergangenen Jahren zu Stammgästen auf dem Rodeo wurden und von denen einige schlichtweg auch nicht mehr fehlen dürfen.

Kein Rodeo ohne: LOKALMATADORE, KASSIERER, KNOCHENFABRIK

Dazu gehörten natürlich die wie immer treffsicher geschmacklosen KASSIERER sowie KNOCHENFABRIK, die skandalöserweise dieses Jahr erst spät ins Line-Up rutschten, dafür aber wie immer großartig waren. Dazu gehörten auch die LOKALMATADORE, die neben ZWAKKELMANN ja so etwas wie die Maskottchen des Rodeos sind, und die mit „El Lokalmatador“ die inoffzielle Festival-Hymne im Gitarrenkoffer haben, mit der sie jedes Jahr zuverlässig für einen der emotionalsten Momente sorgen, den sie dann, bevor es zu pathetisch wird, schnell mit „Pillemann, Fotze, Arsch“ auflösen.

Zu den alten Bekannten gehörten weiterhin COCK SPARRER, die wie immer einen formidablen Headliner abgaben, sowie SLIME mit Festivalmacher Alex Schwers am Schlagzeug und einigen neuen Songs und vielen alten aber immer noch aktuellen Hits im Repertoire. Überraschend anders und vor allem gut waren auch FEHLFARBEN, die, man glaubt es kaum, ihre Premiere auf dem Rodeo feierten und den lässigsten Auftritt des Festivals hinlegten und dabei sehr sympathisch rüberkamen.

Letzteres traf auch auf RUMMELSNUFF zu, der musikalisch aber selbst fürs Rodeo grenzwertig war und schon fast zu speziell ist, um es noch ironisch abfeiern zu können. Muss man aber ja auch nicht. Und wie man ganz unironisch gute Punkrockshows hinlegt, zeigte die US-Fraktion um BAD RELIGION, BOUNCING SOULS und IGNITE sowie die Überzeugungstäter von ZSK, die am Freitag ein frühes Highlight setzten.

Kein Bericht ohne: Gemecker

Das war gut, das machte Spaß – und trotzdem fehlte ein bisschen was im Line-Up und man fragte sich, wo sie alle sind, die jungen Bands aus der deutschen Punk- und Hardcoreszene, die derzeit für unvergessliche Konzerterlebnisse in kleinen Clubs und autonomen Zentren sorgen. Um sich dann für sie eine Bühne auf dem Rodeo zu wünschen. Irgendwann. Bald. Vieleicht nächstes Jahr.

Und wenn nicht? Dann wird es vermutlich trotzdem gut. So wie dieses Mal und so wie jedes verdammte Jahr auf Deutschlands schönstem Punkrockfestival.

 

Berichte und Bilder von den letzten Jahren gibt’s hier:
Ruhrpott Rodeo 2016
Ruhrpott Rodeo 2015
Ruhrpott Rodeo 2013
Ruhrpott Rodeo 2012
Ruhrpott Rodeo 2010
Ruhrpott Rodeo 2009

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