Home » Featured, Reviews, Tonträger

SAXON – Thunderbolt

19 Februar 2018 No Comment
Share

Es ist ja längst kein Geheimnis mehr, dass das klassische Metal Publikum wohl das treuste der Welt ist. Dank dem jährlichen Metal-Woodstock Wacken, bekam so manche Karriere einer alternden Heavy Metal Kapelle nochmals einen kommerziellen Auftrieb und eine neue, nachwachsende Fanschar. So auch bei Saxon, deren neues Covermotiv, dem klassischen Riesenadler, der im Blitzstrahl landet, durchaus Strahlkraft für die ganze Karriere dieser genrebildenden Band hat.

Saxon standen als eine der ersten NWOBHM Bands immer etwas im Schatten von Iron Maiden und Judas Priest, die größere Hallen füllten und mehr Tonträger absetzten. Dem Kultstatus der Mannen um den Hünen Peter „Biff“ Byford tat dies keinen Abbruch und die Band aus Yorkshire besann sich nach ihren urwüchsigen RnR-Anfängen, dem klassischen 80s Metal und misslungener Kommerzialisierung in den späten 80s schon länger wieder traditionsbewusst auf ihre schwermetallige Härte. Immer noch erzielt die Band mit jedem Longplayer solide Chartsplatzierungen und erfreut sich insbesondere in Deutschland, nach wie vor, größter Beliebtheit.

Und so knüpft ihr 22. Studioalbum seit 1979 wieder dort an, wo man sie erwartet. Gründungsgitarrist Paul Quinn, der wiedergenesene Nigel Glockler am Schlagzeug und die mittlerweile etablierten Doug Scarrat an der zweiten Gitarre sowie Bassist Tim „Nibbs“ Carter beackern das klassische Metalspektrum, auf dem sich Biff (Jahrgang 1951) mit seinem immer noch erstaunlich intakten Organ ausbreiten kann.
Der Titelsong „Thunderbolt“ hat das Zeug zum Klassiker und wechselt clever zwischen druckvollen Uptempowellen in den Strophen und majestätischem Refrain. „The Secret Of The Flight“ und „Sons of Odin“ sind ebenfalls als gelungen zu bezeichnen und knüpfen mit Twin-Guitar-Soli und donnernder Wucht an alte Traditionen an.

Nigel Glocker zeigt sich mit seinen Double-Bass-Drum Attacken und seinen unverwechselbaren Fill-Ins besonders bei der Reminiszenz an die eigenen Vergangenheit „They Played RnR“ wieder voll auf der Höhe. Hier hört man auch die Legende Lemmy Kilmister aus dem Off. Eine sehr schöne Verneigung vor dem alten Weggefährten, der u.a. in den 90s mit seiner Band Motörhead und Saxon im Package tourte.

Mit „Nosferatu“ und „Predator“ huldigt man zwei Filmmonstern im Midtempobereich. Bei „Predator“ singt das Kultmonster (in Form von Amon Amarth Frontman Johan Hegg) mit Biff im Duett und Fans des Schwarzenegger-Klassikers erinnern sich vielleicht daran wie der Außerirdische Laute erzeugte. Augenzwinkernder Metal-Humor at it’s best.

Neben 2-3 weiteren soliden Albumstücken ist es besonders der abschließende „Roadie’s Song“, der nochmals eindrucksvoll verdeutlicht, dass Saxon immer noch eingängige Hooks und Refrains im Stile ihrer frühen Platten auf Lager haben. Klassischer 80s Metal wie sie ihn einst mitgeprägt haben. „Thunderbolt“ ist mehr als ein ordentlicher Arbeitsnachweis der immer noch funktionierenden Institution Saxon. Es beinhaltet mindestens 3-4 Stücke, die das Zeug zum Klassiker haben.

And the band played on….

Bewertung: 4 von 6
VÖ: 02.02.2018
www.saxon747.com
Label: Militia Guard Music
Format: CD/LP/Download

Tracklist:
1. Olympus Rising
2. Thunderbolt
3. The Secret Of Flight
4. Nosferatu (The Vampires Waltz)
5. They Played Rock And Roll
6. Predator (mit Johan Hegg)
7. Sons Of Odin
8. Sniper
9. A Wizard’s Tale
10. Speed Merchants
11. Roadie’s Song
12. Nosferatu (Raw Version) – Nicht auf Vinylversion enthalten

Sascha Kilian
Sascha Kilian

Letzte Artikel von Sascha Kilian (Alle anzeigen)

Share

Leave your response!

You must be logged in to post a comment.