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SCHRENG SCHRENG & LA LA – Echtholzstandby

20 Mai 2016 No Comment

SCHRENG SCHRENG & LA LA – EchtholzstandbyHach wie schön, man muss das neue und zweite Album von SCHRENG SCHRENG & LA LA weder mühevoll in seinen popkulturellen Kontext einordnen, noch muss man sich durch kryptische Texte interpretieren und sie im Zweifel überhöhen. Stattdessen ist hier alles ganz einfach.

Einer macht Schreng Schreng und einer Blabla und alles was man tun muss, ist zuhören. Das Duo macht gerne gemeinsam Musik, was man hört, und hat die richtige Einstellung zum Leben und seinen Mitmenschen, liberal und angepisst.

Musikalisch ist es humorvoller Akustik-Gitarren-Singer/Songwriter-Pop, der immer mal wieder etwas getunt wird, ein weiches Bett für die manchmal harten Worte. Die kommen von Sänger Jörkk Mechenbier, bekannt als Lautsprecher von LOVE A, der wie kaum ein Zweiter diese leicht zynische und ironische aber trotzdem grundgute Lebenseinstellung irgendsoeiner Mittdreißiger-Generation auf den Punkt bringt.

Da gibts dann viel Aha und Hoho und man muss ganz oft einfach zustimmen und sich die Zeilen in den Moleskine packen. Findet man nämlich genauso und hat man selbst schon so erlebt, auch wenn die Pop-Kritik „Plastik fressen“ trotz schöner Ideen etwas plakativ geworden ist und ein alberner Song wie „Nathalie“ nicht jedermanns Geschmack ist.

Bleibt die Frage, ob die Sache mit Kathrin nun geklärt ist. Und die Frage, zu welchem Anlass man solche Musik hört. Fürs Auto fehlt ein bisschen der Schwung, dazu tanzen geht auch schlecht und mitsingen fühlt sich komisch an. In der Kneipe um die Ecke würd es zwar passen, aber da hören sie andere Sachen, und alleine dazu zu trinken ist irgendwie auch falsch. Da hat man nun also unverhofft dieses Riesenproblem an der Backe, eine Platte gut zu finden, von der man jetzt schon weiß, dass man sie vermutlich nie wieder hören wird. Leben ist hart.

Wobei ein Song es dann doch in die Dauerrotation schaffen könnte: Punker bekommen auf „Echtholzstandby“ nämlich eine superduper Akustik-Version von „Spraypaint The Walls“ zu hören, was einer von Jörkk Mechenbiers Lieblingssongs zu sein scheint, singt er ihn doch immer mal wieder zusammen mit PASCOW, die wiederum eben jenen Song auch schon auf ihre Split mit den SPERMBIRDS gepackt haben. Womit das Ganze dann doch noch in seinen popkulturellen Kontext eingeordnet wäre.

Bewertung: 4 von 6
VÖ: 22. April 2016
Label: Rookie Records
Format: LP / CD / Digital

Mehr Infos:
www.schrengschrengundlala.wordpress.com
www.facebook.com/Schreng-Schreng-La-La
www.rookierecords.de

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