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Shazam! and other Instrumentals by LEE HAZLEWOOD

16 März 2016 No Comment
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Lee HazlewoodFür eine kurze Zeit Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre waren Instrumentalstücke der letzte Schrei. THE VENTURES mit „Walk Don’t Run“, „Tequila“ von THE CHAMPS oder „Wipe Out“ von THE SURFARIS – allesamt große amerikanische Hits, während etwa zur gleichen Zeit in England THE SHADOWS mit ihren eleganten Instrumentals vor Ankunft der BEATLES wohl die wichtigste Band waren. Auch später bauten zwar einige Bands, wie etwa BOOKER T. & THE MGs ihre ganze Karriere auf gesangsfreier Musik auf, doch die große Zeit war Anfang der 60er als Surf das große Ding war und mit Twang-Gitarren befeuerte Songs den Soundtrack zum neuen Hobby und Lebensgefühl boten.

Auch der große Produzent und Songwriter LEE HAZLEWOOD mischte zu der Zeit fleißig mit. So ist er zwar heutzutage der breiten Öffentlichkeit primär durch seine Arbeit mit NANCY SINATRA bekannt, aus der solche Klassiker wie „These Boots Are Made For Walking“ oder „Some Velvet Morning“ hervorgingen. Auf der neuen ACE Records Zusammenstellung „Shazam and other Instrumentals by LEE HAZLEWOOD“ bekommt man nun allerdings auch gebündelt einen anderen Aspekt seiner vielseitigen Arbeit zu hören.

Viele hier versammelte Songs basieren auf knisternden Twang-Gitarren Riffs, bei denen der hier drei Mal vertretene DUANE EDDY sicherlich als Vorreiter betrachtet werden kann. Gerade die beiden frühen Kompositionen „Shazam!“ und „Stalkin'“ sind so etwas wie die Blaupause der aufkeimenden Welle und sorgten in der Zeit zwischen dem Rock’n’Roll-Boom der mittleren 50er und der British Invasion Anfang der 60er für neue Ideen und transportierten den wilden Spirit weitaus besser, als manch müde Singles der um die Jahrzehntwende zumindest teilweise gezähmten Rock’n’Roll-Garde.

Auch andere mittlerweile nicht mehr ganz so präsente Namen wie AL CASEY oder THE ASTRONOUTS liefern großartig klingende Songs, die mit ihren primitiv-brutalen Twang-Sounds perfekt zeigen, was diese Musik ausmacht. Mit „Angry Generation“ hat der „King of the Surf Guitar“ DICK DALE auch einen kurzen Auftritt, der noch mal eine Schippe Brutalität draufsetzt und eins der Highlights liefert. Als Kontrast gibt es aber auch ein paar wunderbar sanfte Songs mit hübscher Orchestrierung, wie JACK NIETZSCHEs „Baja“ oder die jazzige Version von „Some Velvet Morning“ des AFRO-BLUES QUINTETS. Mexikanisch angehaucht wird es bei „Muchacho“ von LEE HAZLEWOOD’s WOODCHUCKS. Für alle die einen Einblick in dieses Nischen-Genre bekommen wollen, bietet „Shazam!“ jedenfalls einen perfekten Einstieg.

Bewertung: 5/6
Label:
ACE Records
VÖ: 12.02.2016
acerecords.co.uk

Trackliste:

  1. Shazam! – Duane Eddy
  2. The Stinger – Al Casey
  3. Stalkin‘ – Duane Eddy
  4. Salty – Tony Castle & The Raiders
  5. Surfs You Right – Al Casey
  6. Movin‘ – The Astronauts
  7. Challenger Ii – Hal Blaine & The Young Cougars
  8. Baja – Jack Nitzsche
  9. Moovin‘ N‘ Groovin‘ – The Rhythm Rockers
  10. Rebel-‚Rouser – The Ventures
  11. (Dance With The) Guitar Man – The Lively Ones
  12. El Aguila (The Eagle) – The Astronauts
  13. The Phantom Driver – Hal Blaine & The Young Cougars
  14. The Hearse – The Astronauts
  15. Angry Generation – Dick Dale & His Del-Tones
  16. Muchacho – Hazlewood, Lee’s Woodchucks
  17. Johnny October – The Challengers
  18. Desi’s Drums – Dino, Desi & Billy
  19. This Town – Duane Eddy
  20. Zapata – Jack Nitzche
  21. A Stranger In Your Town – The Vanguards
  22. Bo-Dacious – The Whisk Kids
  23. These Boots Are Made For Walking – Billy Strange
  24. Some Velvet Morning – The Afro-Blues Quintet
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