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SIMON GROHÉ mit neuer EP „Alles“

17 Januar 2018 No Comment
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Erfahrungen bereichern das Leben, sie sind das was uns Menschen ausmacht. Sie machen uns zu dem wer wir sind. Sind „Alles“ was wir Menschen wirklich besitzen. Simon Grohé schlägt mit seiner neuen EP „Alles“ ein neues Soundkapitel auf. Darin bündelt er seinen ganzen Erfahrungsschatz zu einer konsequenten Fusion aus den musikalischen Sphären, die ihn schon immer fasziniert haben. Doch dieses Mal ist trotzdem alles ein wenig anders. Der Blick zurück, die Gegenwart und die Träume für die Zukunft verschmelzen zu einem modernen, nach vorne gewandtem Stück Musik.

Rap, Soul und Pop vereint zu einem organischen Sound mit unverkennbarer Hingabe zum Detail. „Alles“ handelt von der Suche, dem ungeschmückten Blick auf das Leben, den Hoffnungen und Träumen sowie Gesprächen des Alltags. Erlebnisse von Überforderung wechseln sich ab mit dem berauschenden Gefühl der Zuversicht und dem Wunsch nach unteilbarer Liebe. Simon Grohé lässt den Hörer teilhaben am Durchleben seiner Erfahrungen, sodass Ereignisse greifbar werden. „Alles“ ist eine Reise mit Aufs und Abs. Immer wieder aufstehen, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und Freiheit zu spüren spricht aus jeder Zeile des Minialbums. Zu Lernen, daran zu wachsen und damit verbundene Veränderungen und Erkenntnisse sind das wirklich Spannende für Simon Grohé.

„Die ‚Alles‘ EP richtet sich an jeden Menschen der noch auf der Suche ist, und auch an die, die es angeblich nicht mehr sind. Manchmal findet man Glück und Zufriedenheit dort wo nicht alles komfortabel und perfekt ist, dann können Tauben auch zu Paradiesvögeln werden.“ – Simon Grohé

„Alles“ wurde gemeinsam mit Maarten Hemmen in den Parkhaus Studios in Köln produziert. Moderne Beats treffen auf geschmackvolle Instrumentierung in und außerhalb der Box.

Das Songwriting ist zeitlos und bildet die große Klammer der „Alles“ EP. Entstanden ist ein kreativer, inspirierender Soundtrack des Lebens.

 

INTERVIEW

Mit welchen Worten würdest du deine Musik am liebsten selber einordnen?

Es ist eine Musik die sich zwischen mehreren Genres bewegt, im wesentlichen Rap-Musik, die aber tatsächlich auch ganz viel Soul und ganz viel Reggae Einfluss darin hat und auch keine Angst davor hat sich dieser verschiedenen Genres zu bedienen. Ich nenne es eigentlich „Fusionsmusik“. Der Titel den uns mal jemand gegeben hat war Rapper/ Songwriter. Wem der Begriff zu abgelutscht ist, der darf sich einen eigenen aussuchen.

Wie kam es zu der Verbindung mit Mono & Nikitaman?

M&N arbeiten ganz eng mit Jens Neumann zusammen. Das ist der Mensch der mit David Buchholz Urban Tree Music gegründet hat. Das wiederum ist mein Label. – Die bringen meine Musik raus. Ich habe M&N kennengelernt dadurch, dass ich selber auch in Videoproduktionen involviert bin als Editor und teilweise auch Kamera mitgemacht habe mit Urban Tree zusammen. So haben wir uns dann auch auf verschiedenen Drehs kennengelernt und uns auch später in der Zeit super gut verstanden. Super liebe, herzliche Menschen, was mir sehr viel bedeutet. Das fühlt sich auch überhaupt nicht so an, als hätten wir so ne Art Vorgruppen-Deal. Sondern es ist halt echt so ein Family-Ding.

In dem neuen Song: Alles (mit Pimf) gibt es Textstellen wie „Mein Herz brennt für etwas das kaum honoriert wird“  Was ist das für dich persönlich?

Genau. Wir haben ein neues Video draußen. Die Videosingle „Alles“ zur neuen EP die am 02.03.2018 kommt. Wir reden im wesentlichen darüber dass es nicht immer sehr komfortabel ist Musik zu machen. Und das muss nun nicht unbedingt bezogen auf Musik sein. Sondern es ist eben nicht immer komfortabel wenn man einen alternativen Weg einschlägt oder etwas verfolgt, was nicht von vornherein mit Lorbeeren abgesegnet wird, oder wo du nicht von vornherein Medaillen einsammeln kannst, sondern erst mal eine Durststrecke durchlaufen musst. Viele Selbstständige kennen das auch. Wir haben einfach nur das Gefühl, dass es sehr, sehr wichtig ist, dass das einfach mal einen höheren Stellenwert einnimmt in der Gesellschaft. Ich hab zum Beispiel selber immer noch das Gefühl das Musik machen nicht wirklich eine Alternative ist, als Lebensentwurf. Das ist etwas sehr, sehr Nieschiges. Die Leute schieben das an den Rand. Viele hören Musik nur im Radio, nebenbei und ganz, ganz wenige machen sich tatsächlich eine Platte an, weil man da aufstehen muss um die zu wechseln. Wir sind in so einer schnellen Konsum-Rauschzeit, dass ich das Gefühl habe, dass man sich mal wieder drauf besinnen sollte, wie geil das ist dass man auch mal was anderes machen kann, als in das Zahnrad zu springen. Da gibt`s halt verschiedene Stellen, zum Beispiel auch das klassische in der Berufswelt, das sagt Pimpf an einer Stelle: Was für Sex, Drugs, Rock`n Roll. Wenn wir auf der Toilette ne Kippe rauchen irgendwo zwischen Mindestlöhnen, ein paar Urlaubstagen und Mittagspausen. Ich will nicht nur Sex, Drugs Rock`n Roll, Ich will ich sein… Es geht darum dass wir einfach nur das verfolgen wollen, was wir wollen und uns nicht einreden lassen was der bessere Weg ist, sondern auf`s Bauchgefühl hören. Das ist im wesentlichen die Aussage von dem Song. Ich finde es sehr, sehr wichtig das man sich auch mal die Zeit dafür nimmt auf sein Bauch zu hören und vielleicht auch mal so ein bisschen Eier auf den Tisch packt und das durchzieht. Egal ob es nun Rap-Musik ist oder irgendeine Kunst, oder ob es eine andere Idee ist. Es gibt ja in den sozialen Bereichen auch andere Ideen andere Pädagogik anzuwenden. Es gibt ja tausende verschiedene Varianten. Ich find`s geil wenn Leute versuchen andere Ideen an den Start zu bringen.

Es scheint dich also immer wieder zu bewegen gegen eigene Zweifel anzugehen und darauf hinzuweisen, dass es Sinn macht auf seinen Bauch oder das Herz zu hören, was ich sehr richtig finde. Das sich dieses Thema durch mehre deiner Songs durchzieht ist mir aufgefallen bei „Auf und Ab“ durch Textpassagen in denen Du von Zweifeln sprichst, dies hatten wir schon 2014 bei „Morgensonne“

Ja, also ich möchte auch gar nicht damit sagen das Zweifel was schlechtes sind oder man die unbedingt wegdrängen soll. – Sondern Zweifel sind etwas ganz, ganz natürliches.

Ich finde es wichtig, dass man sich damit auseinander setzt, weil ich glaube sobald man reflektiert und merkt: ja klar, hab ich jetzt Zweifel, weil ich mir nicht sicher bin, heißt es eben nicht automatisch das ist falsch, das ist eine schlechte Idee, oder so. Es heißt, man macht sich Gedanken und das ist auch gut, man sollte auch sensibel dafür bleiben glaube ich.

Also ich bin grundsätzlich ein optimistischer Mensch, auch wenn ich manchmal melancholische Musik mache, heißt es nicht dass ich immer deprimäßig in der Ecke sitze und heule, sondern ich versuche halt echt schon optimistisch zu sein und Sachen zu bewegen. In meinem eigenen Leben, aber auch im Leben von meinem Umfeld und vielleicht dann sogar noch wenn es klappt darüber hinaus. Also Zweifel sind OK, aber die sollen einen nicht stoppen.

Das Thema finde ich sehr interessant. Gibt es eine besondere Sache bei der du extrem froh bist, dass du deine eigene Anfangs-Zweifel über Bord geworfen hast? 

Also auf dein Herz zu hören und weniger auf mögliche Bedenken. Es ist nicht so, dass ich nun alle Zweifel für immer über Bord geschmissen hab und das nun erledigt ist. Zweifel kommen immer wieder auf. Ich glaub auch wenn du irgendwann größer geworden bist und Tausender-Hallen füllst, hast du trotzdem Abends Sorge ob überhaupt wer kommt. Wahrscheinlich bleibt das eine gesunde Eigenschaft. Natürlich ist es aber auch ein geiles Gefühl, gerade jetzt auf der Tour, wenn du da stehst und die Leute erwarten dich nicht. Als Support bist du halt natürlich einfach nicht der Headliner und die Leute kennen nicht all deine Songs. Aber es ist halt immer wieder ein geiles Gefühl Leute zu überraschen und zu merken das die doch anfangen mitzusingen oder auf deine Interaktionsversuche reagieren. Und das ist schon immer wieder wert die Angst davor über Bord zu schmeißen und weiterzumachen und das zu verfolgen. Sich auszudrücken ist auch sehr, sehr wertvoll, weil das auch viel Scheiß von der Seele schmeißen kann.

„Fenster “ und auch „Fühl Dich“ sind ja eher unbeschwerte Songs die zum Wohlfühlen einladen! Woher kommt der Hang zu solchen Liedern? 

Ich find zum Beispiel super spannend verschiedene Facetten von Emotionen zu sehen an Musikern. Wenn ich Bands mag dann stehe ich darauf unterschiedliche Stimmungen zu kriegen. Ich glaube man würde es sich auch wesentlich einfacher machen wenn man einfach nur positive Wolken-Songs raus haut und alle immer lächeln und man ist immer der beste, was Laune angeht und Vibes und so.

Das macht es vielleicht einfach, weil der Zugang zu der Mucke einfacher ist und man sich nicht so selber reflektieren muss oder an Dinge erinnert die einen selber traurig gemacht haben, sondern weil man einfach lächelt und denkt: ach, jetzt habe ich aber gute Laune. Aber ich finde es eben wichtig das man alle Emotionen zulässt. Grundsätzlich mag ich eben diesen Optimismus dahinter.

Ich heiße zum Beispiel auch Simon Grohé, nicht als Künstlername oder so, sondern weil ich einfach Simon Grohé bin. Ich find es halt auch mal geil wenn Musik neben all diesen Strategien und Marketingkampagnen die man so fahren kann, die auch wichtig und sinnvoll sind (ich will das gar nicht verteufeln), das man aber auch ein Stück mal wieder Richtung Menschlichkeit zurück kommt. Wenn man Songs macht die nicht so aufgesetzt, oder die kein Produkt sind, wo du nicht eine Rolle spielst wie ein TV-Schauspieler, sondern wo Du straight up sagst guck mal ich bin`s der ehrliche Trottel der einfach mal sagt was grad Phase ist. Ich find das total geil, wenn ich so Mucke höre und ich bemühe mich halt das auch zu machen.

Was ist bei dir geplant für die Zukunft? Was gibt es für Träume?

Ich hätte richtig Bock auf eine eigne Tour in 2018. Ich würd gern richtig viel spielen. 2017 war sehr viel Studio. Wir haben nicht nur die Alles-EP gemacht sondern auch noch eine weitere Platte. Die ist nun noch nicht offiziell sondern die kommt dann darauf. Erst mal kommt nun im März die Alles-EP. Ich wünsche mir das die so viel Aufmerksamkeit bekommt wie bisher nichts von mir.

Das die mal richtig was wachrüttelt. – Ich will touren, ich will live spielen dieses Jahr.

Vielen Dank für deine Zeit und die Antworten!

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit und vielen Dank an alle Leser, die sich das reinziehen … und ganz viele Kopfküsschen!

 

Fotos vom Konzert am 27.12.2017  als Support von Mono & Nikitaman – zakk/Düsseldorf:

 

https://www.facebook.com/simongrohee

https://www.instagram.com/simongrohee/

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