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SLACKERS – 26.07.2016, Düsseldorf, Stone im Ratinger Hof

2 August 2016 No Comment

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Noch schnell ein paar Mikrophone verrückt, Gitarrenverstärker gecheckt, Platz auf der Bühne eingenommen und dann geht es los: The Slackers aus New York spielen das erste Konzert ihrer Europa-Tour in Düsseldorf im gut gefüllten Stone. Vom ersten Ton an wippt das Publikum mit, es kennt auch den Großteil der Songs, denn in der 25-jährigen Bandgeschichte waren die Slackers schon oft in der Gegend. Manche freuen sich über etwas Neues, zum Beispiel Songs vom neuen Album „The Slackers“, viele möchten einfach nur ihre guten, alten Lieblingssongs der Band hören. So wird das Programm zu einer kleinen Zeitreise vom ersten bis zum aktuellen Album.

Die Musik der Slackers reicht von Ska, Rocksteady und Reggae bis Soul und Rhythm and Blues.
Aus den klassischen Ska- und Rocksteady-Riddims von Ara Babajian, den eingängigen Basslines von Marcus Geard, der unter seinem Schnäuzer stets ein fröhliches Lächeln versteckt, Agent Jays knackiger Offbeat-Gitarre und der warmen, analogen Hammond-Orgel von Vic Ruggiero bildet sich ein authentischer 60ies-Ska Sound, der jeden Fan der alten jamaikanischen Legenden zum Tanzen bringt. Dazu kommen die kurzen Bläsermelodien von Posaunist Glen Pine und Saxophonist Dave Hillyard, deren raue, manchmal sogar dreckige Soli die Geschichten der Songs auf eigene Weise erzählen. Den Gesang übernehmen Keyboarder Ruggiero und Posaunist Pine, die sich nicht besser ergänzen könnten. Ruggieros melodiöser Gesang wird ab und zu von Pines kräftiger Stimme  abgelöst, die er rhythmisch und energisch einsetzt, ähnlich wie Terry Hall, Sänger der Specials.

Die Show ist über den ganzen Abend abwechslungsreich und bleibt doch dem Ska- und Rocksteady-Sound verbunden, dem sie seit 25 Jahren treu bleiben. Das ist den vielen Talenten der Musiker zu verdanken. Ruggiero spielt nebenbei Perkussion oder Mundharmonika, ein wahres Multi-Tasking Talent. Einen Song spielt er auf der E-Gitarre, nur vom Saxophon begleitet und beweist, dass Slackers-Songs auch leise und ohne Band drumherum funktionieren. Im Kontrast dazu bietet Pines Gesang die Möglichkeit, zwischendurch richtig Power zu geben. Zum Beispiel die Cover-Version vom Misfits Song „Attitude“, die nach vorne geht, wie das Orignal und dessen Energie behält, selbst im langsamen Rocksteady-Rhythmus. Auch stilistisch wird Vielseitigkeit geboten: Minimalistischer Dub, treibende Motown-Grooves, Blues-Gitarre und Mundharmonika  wechseln sich mit Ska und Rocksteady ab.

Die Songs werden direkt hintereinander gespielt, sodass das Puklikum erst gar nicht aufhören muss zu tanzen. Zwischendurch machen Pine oder Saxophonist Hillyard gelegentlich humorvolle Ansagen. Die beiden gehen gern mal mit dem Mikro oder ihren Instrumenten ins Publikum, schaffen eine intime Konzert-Atmosphäre und suchen die Nähe zum Publikum. Abgesehen von den Classics, die hier jeder mitsingt, wird das Publikum auf originelle Weise zum Mitmachen aufgefordert: Eine Bassline mitsingen oder sich einen Song wünschen. Die Slackers gewinnen mit ihrem Witz und ihrer entspannten und bodenständigen Art jedermanns Sympathie. Mit ihnen möchte man mal einen trinken gehen und sich die lustigsten Geschichten aus 25 Jahren durch die Welt Touren anhören.

Da gibt sich das Publikum auch noch nicht mit drei Songs als Zugabe zufrieden und stimmt nochmals die Bassline an, die es zuvor gesungen hat. Keyboarder Ruggiero fragt nach einem Publikumswunsch und so beenden sie die kleine Zeitreise mit „Two Face“ vom ersten Album.

Ich habe vor dem Konzert ein paar Leute gefragt, was sie vom Konzert erwarten. Man müsse die Band Live erleben, um sie richtig kennen zu lernen und sie hätten selten so eine sympathische Band gesehen, die bei jedem Konzert, ob vor 50 oder 5000 Leuten, alles gibt. Sie haben vollkommen Recht.

 

Text: Lukas Gaedtke
Fotos: Andreas Heller

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