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STELLA SOMMER über ihr Solodebut, die neue Heiterkeit Platte & die Mausis

17 Oktober 2018 No Comment
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Stella, how are you? And what did you do on your holidays?
Stella Sommer: Gut, danke. Ich war grade 6 Wochen in Griechenland und war da viel in den Bergen ausreiten, schwimmen und so.

Nochmal Glückwunsch zum sehr gelungenen Solodebut „13 Kinds Of Happiness“, das uns wirklich sehr gut gefallen hat. Hast Du für Dich eine Form des Glücks schon definiert oder hat es für Dich auch mindestens 13 Grauschattierungen?
Stella Sommer: Ja, das hat mindestens 13 Grauschattierungen. Ich weiß nicht noch immer nicht, was das sein soll.

Neben dem Einfluss der englischen Elektro-Pioniere der späten 70s (Human League, Tubeway Army) und Indiepop der Mid-80s hört man musikalisch auch viel vom Stil der letzten Heiterkeit-Platte heraus. Inwieweit war das gewollt oder hängt das auch am Einfluss von Hanitra Wagner (Oracles) die an beiden Platten beteiligt war?
Stella Sommer: Hanitra ist erst nach der Aufnahme der letzten Heiterkeit Platte zur Band gestoßen und bei der Soloplatte singt sie im Chor.

Der Name der deutschen Velvet Underground Ikone Nico wird im Zusammenhang mit deinem Solodebut, auch in der englischen Presse, fast inflationär oft genannt. Ist der Vergleich beabsichtigt oder ist die Ähnlichkeit im Stimmtimbre dem Zufall geschuldet? Wie würdest du denn selbst das typische „Stella Feeling“ beschreiben?
Stella Sommer: Ich glaube wie man singt, sucht man sich nicht aus. Da gibts verschiedene Faktoren, die das beeinflussen. Der vermutlich größte Faktor ist, der einem von der Natur gegebene Stimmumfang. Und dann muss man eben rausfinden, wo die eigene Stimme am besten klingt.

„Light Winds“ gehört für uns zu den Lieblingen des Albums. Das sommerliche Flirren in der Musik und dein majestätischer Gesang sind hier besonders gut eingefangen. Wie kam es zu dem Song?
Stella Sommer: Das weiß ich gar nicht mehr so genau. Der Song ist schon sehr alt. Ich weiß nur, dass die erste Fassung eigentlich “cold winds” hieß. Und ich mir dann aber irgendwann eingestehen musste, dass es gar nicht nach “cold winds” klang; sondern vielmehr nach “light winds”.

Das Schlusslied „Hierhin kommt der Teufel“ nimmt im Gesamtkontext, als einziges deutschsprachiges Lied, eine Sonderstellung ein. Dein verschwörerisches Flüstern evoziert die Eignung zum Soundtrack für eine Nosferatu-Neuverfilmung. Was ist die Intention dahinter und war das Stück eigentlich für Die Heiterkeit gedacht?
Stella Sommer: Nein, das Stück war nie für Die Heiterkeit gedacht. Ich habe das schon seit Jahren in meiner Schublade aber irgendwie war mir immer klar, dass das der letzte Song auf einer anderen Platte sein muss. Was die Intention dahinter sein sollte, weiß ich auch nicht. Ich bin ja in erster Linie Songwriterin, meine Intention ist es, Songs zu schreiben.

Es wird keine Tour zur Platte geben. Die Heiterkeit steht nach einer erneuten Umbesetzung mit ihrer vierten Platte in den Startlöchern. Nach dem musikalischen Quantensprung von „Pop & Tod I+II“ ist die Messlatte hoch. Was können wir erwarten und wann kommt die Platte raus?
Stella Sommer: Ich will nicht zu viel verraten, aber die Platte kommt Anfang nächsten Jahres bei Buback raus. Und was man da erwarten kann? Tja, ich weiß auch nicht. Es ist meiner Meinung nach, ein sehr besonderes Album geworden. Ganz leicht, obwohl es irgendwie auch ziemlich schwer ist. Es ist auch komplett anders als Pop & Tod geworden, aber irgendwie macht es trotzdem Sinn. Ich bin sehr stolz darauf.

Sind die Mausis auch für Kinder geeignet (so wie Songs von „Deine Freunde“ z.B.) und wann kommen die kleinen Nager endlich auf LP-Länge aus Ihrem Versteck um den fetten Speck von der Falle zu schnappen? Mausi Gruber ist schon ganz dünn geworden.
Stella Sommer: Die Mausis sind in erster Linie für Kinder geeignet. LP ist in Planung.

Wie sieht für Dich ein perfekter Tag in Berlin aus?
Stella Sommer: Ereignislos.

Was würde die Hörerschaft an Dir überraschen, wenn sie es denn wüsste?
Stella Sommer: Ich bin eigentlich ganz nett.

Die extrovertierteste Introvertierte der deutschen Indieszene! Ist an der Aussage was dran?
Stella Sommer: Extrovertiert, introvertiert, was soll das heißen? Für mich sind das leere Worthülsen.

Kannst du mal ein Bild von dir beschreiben, welches du nicht auf Instagram stellen würdest und wie wichtig ist Privatsphäre?
Stella Sommer: Privatsphäre ist mir wichtig, keine Ahnung was ich nicht auf Instagram posten würde. Familienfotos vermutlich.

Gretchenfrage zum Schluss: Morrissey oder Robert Smith?
Stella Sommer: Beide mittlerweile musikalisch irrelevant.

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Interviewer:
Stefanie Garbs-Bähr und Sascha Kilian

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