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STEREOPHONICS – 24.02.2008 – Köln, Live Music Hall

5 März 2008 No Comment
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STEREOPHONICS - 24.02.2008 - Köln, Live Music Hall

“Karten zu verschenken!“. Was? Karten für ein STEREOPHONICS Konzert? Zu verschenken? Verkehrte Welt. Eigentlich sollten die Waliser in der Gloria Halle ein weiteres Mal – nach dem Prime Club Gig im September – für kräftig Schweiß am Arsch sorgen. Dann wurde die Location vergrößert und kurz vorm montaglichen Gig Tickets verschenkt. Leer war die mächtige Live Music Hall dennoch nicht. Bereits zur Vorband HERO war es gerammelt voll, mitunter voller Englänger.

Der Support bewegte sich zwischen Witzfigur und Bierzeltcoverband. Was zum Teufel macht eine Band mit Right Said Fred-Sänger auf einer STEREOPHONICS Europa Tournee? Vielleicht hatten die einen schlechten Abend erwischt. Auf jeden Fall nichts für Britrock Fans. Für den wahren Headliner wurde es jedoch ebenso nur ein souveräner Auftritt vor zurückhaltendem Publikum. Die Intimität eines Prime Clubs passt einfach besser zum musikalischen Sexappeal von Sänger Kelly Jones und Co.

„Pull the Pin“ heißt das sechste Studioalbum der STEREOPHONICS, das in Köln neben den üblichen TopTen Hits gestreut wurde. Jeder Song eine Party. Bei der aktuellen Single „It Means Nothing“ spürte man die Andacht und das wehleidige Mitschreien. Gerade wenn’s mal ruhiger wird, wie bei der vierten Single „Thousand Trees” der mittlerweile zwölf Jahre alten Band, die Leute kennen die Texte und Hooklines. Mitsing-Hymnen á la carte. Kelly Jones gab sich wieder als coole Frontsau, wortkarg aber stylo-maniac. Seine Mitstreiter, Bassist Richard Jones, die argentinische Drum-Maschine Javier Weyler und der hippe Livegitarrist, der sich im Posen einiges bei Kelly abschaute, konnten die Livequalitäten um einiges nach oben schrauben. Die zweite Livegitarre war auch bitter nötig. Spätestens seit dem Album „Just Enough Education To Perform“ waren drei bis manchmal vier Gitarrenspuren unabdingbar für eine professionelle, grund-solide Rockshow.

Die hier und da gestreuten Gitarrensoli wurden bei „Superman“ oder „Dakota“ gegen Ende gern mal etwas ausgereizt. So auch die notorische Reibeisenstimme von Kelly Jones, gekonnt holt er von den kratzigen Tieftonpassagen zu den vibrierenden Kopfstimmen alles aus sich raus. Die Band scheint so eingespielt wie nie zu sein. Schon öfters gingen Gerüchte um, dass sich die Band nach der Tour auflösen wolle. Unvorstellbar. Die Fans in Köln waren wahrscheinlich eher angetan und überwältigt als zum Jubel und Tanzen animiert. Als die STEREOPHONICS sich verabschiedeten, wollte man dann doch noch was auf die Ohren. Zur verdienten Zugabe kamen die verschwitzten Rockstars mit „Performances & Cocktails“ noch einmal zurück, um sich standesgemäß zu empfehlen. Hoffentlich nicht zum letzten Mal.

www.stereophonics.com

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