Home » Featured, Reviews, Tonträger

STEREOPHONICS – Scream Above the Sounds

7 November 2017 No Comment
Share

STEREOPHONICS - Scream Above the Sounds

Es ist jetzt fast genau 21 Jahre her als das Waliser Urtrio als Support der wiedervereinten The Who die Bühne des ehrwürdigen Londoner Earls Court stürmten und damals – noch ohne Plattenvertrag – aber mit Krachern wie „More Life In A Tramps Vest“ und „Local Boy In The Photograph“ Pete Townshend und Co. fast die Show stahlen.

Seither ist viel passiert. Nach dem Freitod von Gründungsmitglied Stuart Cable 2010 und diversen Umbesetzungen an Gitarre sowie Schlagzeug liefern Gitarrist und Mastermind Kelly Jones und Bassist Richard Jones im Jahr 2017 den erneuten Beweis, dass der Sound der Stereophonics unverkennbar für 90s infizierte britische Gitarrenrockmusik mit Anspruch und Haltung steht.

Mit „Caught By The Wind“ legt die mittlerweile vier Mann starke Band gleich unnachahmlich drängend los. Kelly Jones zimmert einen hymnischen Refrain während die Gitarren dazu ein vorwärtstreibendes Riff skandieren. „Taken A Tumble“ verstärkt den Eindruck, dass der Band hier ein zwingender Twofer zum Einstieg gelungen ist und der gute alte Rod Stewart wahrscheinlich „töten würde“ nochmals solchen Songs seine Reibeisenstimme leihen zu dürfen. Nicht umsonst coverten die Stereophonics auch vor einigen Jahren sehr eloquent Rod the Mods „Handbags & Gladrags“
Mit „What’s The Fuss All About“ entführen uns Kelly und Co in die Neunziger und eine einsame Trompete untermalt die angedeuteten Breakbeats während sich die Melodie abermals im Gehörgang festhakt. „Geronimo“ brilliert mit einem an Roxy Music erinnernden Saxofon und einer groovenden Bandperformance.

„All In One Night“ und „Would You Believe“ kommen tiefenentspannt wie in den Noughties und Kelly Jones hat sein raues Organ deutlich mehr unter Kontrolle als noch beim Sturm und Drang der Anfangstage, was der Intensität aber keinen Abbruch tut. Bei „Changes Are“ rockt die Band bedrohlich und im Uptempo nur um beim ergreifenden „Before Anyone Knew Our Name“ die Balladentiefe zu erreichen, die wohl erst im Laufe der vielen Bandjahre diese Größe erreichen konnte und sich mit der frühen Bandvergangenheit und der Freundschaft zum verstorbenen Schlagzeuger beschäftigt. Ein bewegendes, nur vom Klavier begleitetes Highlight, dieser sehr gelungenen Platte, die mit „Elevators“ wunderbar folkig und leicht ausklingt.

Es bleibt der Gesamteindruck eines wirklich sehr abwechslungsreichen und kurzweiligen Albums, das sich durch das Songwriting und die gewachsene Stimme von Kelly Jones angenehm vom Überangebot an mediokrer Gitarrenpopmusik abhebt und zu den stärksten den Bandgeschichte zählen dürfte.

Bewertung: 4 von 6
VÖ: 27.10.2017
Künstler: www.stereophonics.com
Label: Warner Music
Format: CD/LP/Download

Tracklist:
1. Caught by the Wind
2. Taken a Tumble
3. What’s All the Fuss About?
4. Geronimo
5. All in One Night
6. Chances Are
7. Before Anyone Knew Our Name
8. Would You Believe?
9. Cryin‘ in Your Beer
10. Boy on a Bike
11. Elevators

Share

Leave your response!

Add your comment below, or trackback from your own site. You can also subscribe to these comments via RSS.

Be nice. Keep it clean. Stay on topic. No spam.

You can use these tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

This is a Gravatar-enabled weblog. To get your own globally-recognized-avatar, please register at Gravatar.