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STEVE LUKATHER – 17.04.2013 – Bochum, Zeche

18 April 2013 No Comment
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Steve LukatherWenn einer der größten lebenden Gitarrenlegenden seine Gitarre im Ruhrgebiet auspackt, dann kann die jeweilige Räumlichkeit nicht leer sein. Richtig! Die Bochumer Zeche war schnell ausverkauft, als es hieß Lukather käme. An einem sonnig-warmen Mittwochabend im April, sollte Steve Lukather seinen Tourbus vor der rund 1.300 Zuschauer fassenden Location parken. Für alle diejenigen ohne Kenntnis: Steve Lukather ist 55 Jahre alt, stammt aus Kalifornien und hat aktiv auf hunderten Alben Musikgeschichte geschrieben. Jeder von uns wird mindestens einen Song mit seinem Gitarrenspiel gehört haben. Es reicht Michael Jackson und sein Hitalbum „Thriller“ zu kennen! Auf diesem spielte er mit seinen TOTO- Bandkollegen David Paich (Piano) und den Brüdern Jeff und Steve Porcaro (Drums, Bass) das Fundament zu Jacksons Stimme ein. Mit TOTO hat Lukather seit den 1970ern die Welt bereist und Alben in Massen verkauft. TOTO touren noch immer regelmäßig erfolgreich durch die Welt und haben 2006 sogar ein gelungenes, modern klingendes Album veröffentlicht.

Solo veröffentlicht der Saitenmeister regelmäßig Alben und tobt sich dort kreativ aus. Mit seinem neuesten Werk „Transition“ ist der Grammy- Gewinner derzeit auf Tournee. An diesem Abend wird er sich gefreut haben. Die Zuschauer standen bis hinter das Mischpult. An der Theke wurde eifrig Bier getrunken. In erwartungsvoller Stimmung standen vorrangig Männer gesetzteren Alters in dem ehemaligen Industriegebäude und warteten auf ihren Helden. Es dürften zu 90 Prozent Gitarristen zugegen gewesen sein, wie auch Herr Lukather in einer Ansage scherzhaft bemerken sollte. Ungeduld machte sich breit. Zwar gab es keine Vorband, aber dennoch fing man erst gegen 20:30 Uhr an. Dann aber richtig! Eric Valentine betrat die Bühne. Der wuchtige Schlagzeuger ging an sein Set, um erst einmal die Sticks durch die Gegend zu wirbeln. Jubel in der Menge. Bassistin Renee Jones erschien ebenfalls. Die grinsende Tieftönerin ist mit Steve Weingart verheiratet, der nach ihr fröhlich die Bühne betrat. Als Keyboarder sollte er dem Maestro an diesem Abend das Feld bereiten und Flächen legen, aber auch das ein oder andere Solo zum Besten geben. Weingart war maßgeblich an dem Album „Transition“ beteiligt. Der lange Ziegenbart Weingarts fällt auf. Man könnte kurz an Kollege Jordan Rudess (Dream Theater) denken, doch weiß Weingart wann genug ist und sollte sich an diesem Abend nicht in Überlänge-Soli verlaufen. Dafür war ja auch Lukather zuständig! Der stürmte nun endlich auf die Bühne und präsentierte sich, wie man ihn kennt. Im bunten, locker getragenem Hemd und mit seiner Signature-Gitarre in den Händen, stimmte Steve Lukather mit seiner Band den Album-Opener “ Judgement Day“ an. Ein bitterer Abgesang auf falsche Freunde. Allgemein verarbeitet der gealterte Rocker auf seinen neuen Songs Trennung, Tod und Entzug. Mit Lied zwei („Creep Motel“) folgt der nächste wütende Song. Der Virtuose war aber auch zu Scherzen aufgelegt und freudig wurde das Publikum begrüßt. Man grüßte zurück.

Lukather hat die Welt gesehen und mit so ziemlich jedem in der Rock- und Popwelt gespielt und gesoffen. So bewegt er sich auch in seinem Programm in dem Material von Weltgrößen. Jimi Hendrix wurde interpretiert und Kollege Jeff Beck gecovert. Freudenrufe fielen, als Beck von Lukather erwähnt wurde. Jeff Beck gilt für viele Gitarristen als kreativer Anstoß und E-Gitarren-Revolutionär. Der Sound im Raum war solide. Etwas bassig und gut laut, heizten die vier Musiker der Menge ein. Drummer Valentine wirbelte andauernd mit den Sticks und hämmerte auf die Trommeln ein. Lukather und Weingart lieferten sich mal ein kleines „höher, schneller, weiter“-Duell und Bassistin Jones bewieß, als Backgroundsängerin, eine wirklich gute Stimme zu haben. Lukathers Stimme ist charakteristisch. Verraucht sang er seine Nummern und ist damit unter Hunderten wiederzuerkennen. Wo früher die Alkoholika standen, nahm sich der Gitarrist eine Wasserflasche. Man ist jetzt clean. Prompt rülpste der Weltstar verschmitzt ins Mikro. Er hat also noch Spaß an den kleinen Dingen. Seit 36 Jahren sei er nun schon „on the road“. Nicht schlecht! Familie sei das wichtigste, predigte Lukather gegen Ende des 90 Minuten-Sets. Zwei Zugaben wurden eingefordert und mit „Smile“ beschloßen Steve und Steve diesen gelungenen Abend. Im Original von charlie Chaplin, widmete der Saitenzauberer aus Kalifornien dieses Stück seiner verstorbenen Mutter. Hier kommen Lukathers schöner Ton und Chaplins Appell für mehr Lebensmut zum Tragen.

Setlist:

Judgement Day
Creep Motel
Freedom (Jimi Hendrix cover)
Song for Jeff
Transition
Jammin‘ With Jesus
Darkness in My World
Broken Machine
The Pump (Jeff Beck cover)
Hero With a 1000 Eyes
Never Enough (Toto song)

Zugabe:
Flash in the Pan
Smile (Charlie Chaplin cover)

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