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SUZAN KÖCHER – „Moon Bordeaux“

25 Oktober 2017 No Comment
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Nach ihrer wunderbaren EP „Blood Red Wine“ legt SUZAN KÖCHER jetzt auf Albumlänge nach. „Moon Bordeaux“ heißt das wieder von Blackberries und Palace Fever-Kopf Julian Müller produzierte und maßgeblich eingespielte Werk und enthält 12 Tracks, wobei zum Abschluss eine Variation des vorab auch als Leadtrack veröffentlichten „Cinnamon“ zu hören ist. Das bewährte Team Köcher/Müller bleibt auch auf der LP dem Sound der zweiten Hälfte der 1960er Jahre verbunden, man denkt an Scott Walker, Sonny & Cher, die frühen Fairport Convention oder auch an Lana Del Ray und doch ist die Musik eigenständig genug, dass sie zu einem eigenen Stil wird. Die Songs, zum großen Teil auch von beiden gemeinsam geschrieben, werden durch die Arrangements und Produktion, die viel Luft im Klanggewand lassen, stimmig und abwechslungsreich dargeboten.

Das Album eröffnet mit „When The Night Comes“ und während es dunkel wird, taucht auch gleich der „Moon Bordeaux“ auf – die beiden Einstiegssongs klingen verwandt miteinander und transportieren Sehnsucht, Romantik und Melancholie – Themen, die sich durch das gesamte Album ziehen. „Dandelion Fields“ war in einer anderen Version von Harfen begleitet auch schon auf der EP, wird hier jedoch sehr gelungen von der Band interpretiert.  „The Circus“ kommt dann im Dreivierteltakt daher und bringt etwas „Mr. Kite“-Feeling, während „Monochromic Streets“ dann sehr ruhig wird und auf das Schlagzeug ganz verzichtet. Die erste LP-Seite endet mit ätherischen „Too Young“, das live gern mal in einen längeren Jam ausartet, hier aber recht brav zuende gebracht wird.

Die zweite LP-Seite wird durch die vorab als Download veröffentlichte Single „Cinnamon“ eröffnet, die den Zuhörer an leidenschaftlichen Erinnerungen in Verbindung mit Zimt teilhaben lässt. „Seven Is The Number“ fällt musikalisch äußerst angenehm etwas aus dem Rahmen und verzichtet zunächst wieder auf die Drums und lässt nur klatschende Hände im Refrain den Rhythmus tragen bevor dann gegen Ende doch noch getrommelt wird. „Lighthouse Keeper“ bleibt ruhig und verträumt, „Blood Red Wine“ ist in der gleichen großartigen Version von der EP enthalten und das vielleicht etwas überflüssige „Cinnamon 2“ das Album beendet, kommt mit „Thank You For Treating Me So Bad“ noch die einzige Nummer auf der LP, die rockt bevor sie in einen Country-artigen Zwischenpart übergeht. Die Gitarren sliden und fuzzen beinahe in „Between The Buttons“-Manier und geben dem Album noch ein wenig Kick, der sonst auch irgendwie gefehlt hätte.

Suzan Köcher und Julian Müller schaffen mit diesem Album ein wunderbares Stück Musik in einer Form, die es in Deutschland sonst fast nicht gibt. Die Platte klingt international und trotz der klaren 60s-Verweise zeitlos und vor allem in sich sehr stimmig. Ob sie mit dieser Formel noch viele weitere Werke auf gleichem Niveau schaffen können, wird sich zeigen – die Vorstellung Köcher und ihre Songs mal in einer eher elektronisch geprägten Produktion zu hören ist auch durchaus vielversprechend. Und das schöne ist, dass sie ja noch ganz am Anfang steht. Und dieser ist mit EP und LP formidabel geraten!

Bewertung:  6 von 6

: 27.10.2017

Künstler: www.facebook.com/suzankoecher

Label: www.unique-rec.com

Tracklist:

  1. When The Night Comes
  2. Moon Bordeaux
  3. Dandelion Fields
  4. The Circus
  5. Monochromic Streets
  6. Too Young
  7. Cinnamon
  8. Seven Is The Number
  9. Lighthouse Keeper
  10. Blood Red Wine
  11. Thank You For Treating Me So Bad
  12. Cinnamon 2

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