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TALES OF JUSTINE – Petals From A Sunflower

30 Januar 2017 No Comment
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Tals Of JustineIn Tagen wo gefühlt fast alle Archive ausgehoben sind und selbst kleine One Hit Wonder eine umfassende Karriere Rückschau spendiert bekommen, ist es nicht verwunderlich, dass es nun langsam auch an die No Hit Wonder geht. TALES OF JUSTINE sind so eine Band. Auf gerade mal eine Single haben sie es zu Lebzeiten gebracht, wovon lediglich die mild psychedelische B-Seite „Sunday Morning“ einen gewissen Kultstatus bekommen hat. Auf die A-Seite hatte man unverständlicherweise einen kindischen Pop-Song über eine Sonnenblume gepackt, der zwar im Blumen-affinen 60s England gar nicht mal so schlechte Kritiken bekam, aber letztendlich zurecht spurlos wieder in der Versenkung verschwand. Diese Wahl mutet umso verwunderlicher an, wenn man mal die weiteren und allesamt unveröffentlichten Songs der Band anschaut.

Unter der Management-Führung von den späteren Musical Göttern Andrew Lloyd Webber und Tim Rice, die 1967 ganz am Anfang ihrer Karriere standen und noch nicht so richtig wussten, was sie wollten, bekam das Trio reichlich Studiozeit, die sie mit zahlreichen Eigenkompositionen zu füllen wussten. Einige davon kamen zwar nicht über Demo-Status hinaus und ausgerechnet im ersten Drittel von „Petals From A Sunflower“ sind mal mindestens zwei Ausfälle unglücklich platziert. „Evil Woman“ ist zahnloser Heavy Blues und „Sunday School“ geht mit Zeilen wie „sunday school was always on sunday“ und kaum hörbaren Drums textlich und musikalisch baden.

Doch keine Angst – „Petals From A Sunflower“ ist keine minderwertige Resteverwertung, die allein durch die Namen Webber/Rice ein paar Kröten vom Raritäten-Sammler mopsen möchte. Wer unangreifbaren 60s Pop erwartet, der ist hier zwar auch falsch, aber einen ganzen Strauß voller hübscher Songs gibt es für den etwas geübteren Hörer eben doch. „Sitting On A Blunestone“ ist eine kleine vergessene Psychedelia-Perle und die offensichtliche Planeten- und Antik-Götter-Obsession von Sänger DAVID DALTRY (ja – ein entfernter Verwandter von Roger) warf auch ein paar sehr eingängige Kompositionen ab. Besonders „Aurora“ und „Morpheus“ haben feine harmonieseelige Refrains, die das Beste aus DALTREYs Stimme holen und schöne kurzweilige Unterhaltung sind.

Bewertung: 4/6
Label:
Grapefruit / Cherry Red
VÖ: 28.10.2016
https://www.cherryred.co.uk

Trackliste:
01. ALBERT
02. MONDAY MORNING
03. ELEVENTH OBSOLETE INCIDENT
04. SITTING ON A BLUNESTONE
05. SUNDAY SCHOOL
06. EVIL WOMAN
07. MUSIC TO WATCH US BY
08. SO HAPPY
09. MORPHEUS
10. AURORA
11. SOMETHING SPECIAL
12. PATHWAY
13. SATURN
14. JUPITER
15. IF THIS IS LOVE
16. EASY TO BE HARD*
17. COME SOFTLY TO ME*
18. OBSOLETE INCIDENT
19. EVIL WOMAN (alternative version)
20. ALBERT (demo version)
21. SO MUCH LOVE TO GIVE YOU

 

* David Daltrey solo recordings

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