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TEAM STEREO – 16.09.11, Düsseldorf, The Tube (Releaseparty)

21 September 2011 No Comment
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Bild1Vor gar nicht allzu langer Zeit waren Emo und Indie zwei Begriffe, die man nur allzu schnell mit seltsam frisierten Teenager-Gören und mit einer aalglatt produzierten und recht austauschbaren Spielart der Rockmusik assoziierte. Da nannte man eine fünf Lieder umfassende Plattenveröffentlichung allerdings auch noch EP. Um die beiden Begriffe langsam wieder salonfähig zu machen, bedarf es Bands, die es wagen dieses Label wieder auf anständige Musik zu kleben. Und am Ende dieses Konzertabends war klar: Aussichtsreiche Anwärter auf den Job sind TEAM STEREO.

An diesem Abend fanden sich im The Tube in der Düsseldorfer Altstadt somit erstaunlich viele von der Gesellschaft verstandene und der Pubertät längst entwachsene Personen ein, um die Veröffentlichung des ersten Mini-Albums der Düsseldorfer Band TEAM STEREO zu feiern. „Smells like Team spirit“ heißt das Werk, zu dessen Releaseparty die Band an diesem Abend lud. Eine kleine aber feine Platte, die nach mehr stinkt als das, was sonst auf eine gemeine Extendend-Play-Single gepresst wird.

Eröffnet wurde der Abend von THE MAMMUT EXPRESS ebenfalls aus Düsseldorf. Obwohl man annehmen mag, dass es wohl kaum einen undankbareren Job gibt, als Vorband bei einer Releaseparty zu sein, war der Laden zu diesem Zeitpunkt bereits gut gefüllt, die Luft ordentlich aufgewärmt und die Stimmung ausgelassen. Das lag nicht zuletzt an jenen Zuschauern, die offensichtlich extra für THE MAMMUT EXPRESS gekommen waren. So tummelte sich hier ein weitaus breiteres Publikum als das typische „nur Freunde der Band“-Klischee solcher Veranstaltungen.

Als die eigentliche Attraktion des Abends schließlich die Bühne betrat, war es inzwischen vor der Bühne um gefühlte vierzig Grad wärmer und fünf Jahre älter geworden. Vom Beginn dieses kurzen aber knackigen Sets war klar, auch wenn diese Band erst wenige Auftritte absolviert hatte und hier ihre erste Veröffentlichung vorstellte, war dies kein Konzert für Kopfnicker und Auf-die-Schuhe-Starrer. Hier wurde sich bewegt, hier wurde geschwitzt, hier trug das Publikum (zumindest der männliche Part) mehr Haarstoppeln als Blech im Gesicht. Und TEAM STEREO bewiesen, dass diese Musik schon erwachsen war, lange bevor sie in die Pubertät verbannt wurde. Ohne Verschnaufpause servierten TEAM STEREO das, was man als würdiges Erbe des guten alten Emo-Core bezeichnen kann. Mal schnell, mal langsam aber niemals lahm. Die große Spielfreude merkte man an diesem Abend jedem einzelnen TEAM-Mitglied an; vom Schlagzeuger im Spiderman-Outift (Respekt für solche Hitzeresistenz) bis zum Sänger, der das halbe Konzert mitten im Publikum bestritt. Bei dieser energiegeladenen Show merkte man nicht nur, dass es sich hier um ein paar Typen handelt die wissen was sie da tun, sondern auch, dass das neue Mini-Album eigentlich keiner expliziten Vorstellung mehr bedurfte. Besonders beim Song „Reminder“, zu dem es auch schon das passende Video gibt, zeigte die Resonanz des Publikums, dass sich TEAM STEREO schon längst in beiden Gehörgängen eingenistet haben und dort sicherlich noch länger bleiben werden.

Und allen geneigten Konzertgängern unter zwanzig sei gesagt: Wenn der Sänger das nächste Mal den Zuschauerraum zur Bühne umfunktioniert, dann ist zurückrempeln tatsächlich erlaubt. Denn das ist Emo, Alter!

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