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THE AVENGERS – Everyone’s Gonna Wonder

27 Januar 2017 No Comment

The AvengersVon allen englischsprachigen Ländern hat Neuseeland wohl am wenigsten zur Entwicklung der Popmusik beigetragen. Wo es einem sonst leicht fällt, wenigstens einen bekannten Künstler pro Land zu finden, kommt man bei Neuseeland ohne eine kleine Internetrecherche schon ein wenig ins Straucheln. Brooke Fraser, die hierzulande mit „Something In The Water“ vor kurzem einen großen Hit hatte, wird einem zum Beispiel vorgeschlagen. In kaum einer Liste taucht allerdings die Band auf, um die es in diesem Review geht. Dabei haben THE AVENGERS aus Wellington Ende der 60er ein paar wunderbare Songs aufgenommen, die nun auf der neuen Compilation „Everyone’s Gonna Wonder“ von RPM Records versammelt sind.

Los geht es mit dem grandiosen Titelstück: Feinster barock-angehauchter Pop, der klingt als hätten die Beach Boys 1967 einen Song aufgenommen, den sie 1964 geschrieben haben. Viele Eigenkompositionen hatten THE AVENGERS zwar nicht in petto, aber dafür hatten sie Zugang zum Material einiger heimischen Songwriter, die die Band mit so einigen Perlen versorgte. CHRIS MALCOM war einer von ihnen. Neben dem Titelstück, auf dem er auch die Autoharp spielt, gibt es von ihm noch die mysteriöse Psych-Exkursion „Waterpipe“, das ebenfalls von den Beach Boys inspirierte „Only Once In My Life“ und den Piano-Pop von „Summer Set Morning“.

Überhaupt sind in den ersten zwei Dritteln der CD fast ausschließlich hochkarätige Songs vertreten. Eine einheitliche Vision oder größere künstlerische Ambitionen hatte die von einem Promoter zusammengestellte Band zwar nicht, aber das gleichte sie mit einer ansteckenden Spielfreude und dem höchst eingängigen Songmaterial aus. „Love Hate Revenge“ mischt psychedelische Strophen mit einem unwiderstehlichen Poprefrain – „Midnight Visitation“ dreht diese Abfolge um und auf dem fabelhaften „Fisherwoman“ klingt die Band ungewohnt druckvoll. „1941“ ist ein feines HARRY NILSSON Cover, das auch bei wiederholtem Hören nicht so nervt, wie beim ersten Hören befürchtet.

Ein weiteres Highlight kommt mit „The Days Of Pearly Spencer“, das mit einem beeindruckend schnellen Harpsichord Refrain glänzt. Gegen Ende kommen mit „Flower Girl“ und „September Winds“ zwar ein paar eher schwachbrüstige Songs, aber das kann den sehr guten Höreindruck dann auch nicht mehr schmälern. „Everyone’s Gonna Wonder“ ist für 60s Pop Fans, die sich wünschen, dass die BEE GEES noch mehr Alben im Stil ihres englischen Debüts aufgenommen hätten, auf jeden Fall eine Entdeckung wert. Im Booklet gibt es dazu noch eine ausführliche Biografie und zahlreiche Fotos.

Bewertung: 5/6
Label:
RPM / Cherry Red
VÖ: 25.11.2016
https://www.cherryred.co.uk

Trackliste:
01. EVERYONE’S GONNA WONDER
02. MIDNIGHT VISITATION
03. SUMMER SET MORNING
04. SUNSHINE LADY
05. LOVE – HATE – REVENGE
06. DAYS OF PEARLY SPENCER
07. 1941
08. DANIEL THE POSTMAN
09. YOU DON’T UNDERSTAND
10. WATERPIPE
11. ONLY ONCE IN MY LIFE
12. I WOULDN’T DO THAT
13. NIGHT TIME
14. FISHERWOMAN
15. TAKE MY HAND
16. YOU BETTER COME HOME
17. NIGHT IN THE CITY
18. SALLY
19. SEPTEMBER WINDS
20. ONLY LAST YEAR
21. WHAT PRICE LOVE
22. FLOWER GIRL
23. OUT OF SIGHT, OUT OF MIND
24. LOVE IS A ONE WAY TICKET
25. TOP 20 (RADIO SPOT)
26. TOP 20 TIME CHECK (RADIO SPOT)
27. THIS SHOW IS GROOVY (RADIO SPOT)

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