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THE CORAL – 09.04.2016, Köln, Luxor

15 April 2016 No Comment
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The Coral, Köln, Luxor, 2016

Denkt man an den Hype, der damals mit den beiden ersten Alben um THE CORAL losbrach, müssten sie heute eigentlich in den ganz großen Hallen spielen. Stattdessen erfreuen sie eine treue Fangemeinde mit ihrem psychedelischen Retro-Brit-Folk in kleinen Läden wie zum Beispiel dem Luxor in Köln. Auch nicht schlecht.

Dort war es erwartungsgemäß muckelig eng, wenn auch nicht ausverkauft. Die Vorband BLOSSOMS wurde unbewusst dem Büdchen-Bier geopfert, was im Moment nach der richtigen Entscheidung schmeckte, auf lange Sicht natürlich eher schade ist: Die sollen richtig gut sein und wussten wohl auch an diesem Abend zu überzeugen.

Stimmung war auf jeden Fall schon da, als sich THE CORAL dann langsam und gemächlich in ihre Setlist groovten, die zu Beginn ausschließlich aus Songs des neuen Albums „Distance Inbetween“ bestand. Dabei überzeugte vor allem „Chasing the Tail of a Dream“, das mit seiner Verspultheit und seinen Wendungen stark an die frühen Werke der Band erinnerte.

Ansonsten galt aber, dass THE CORAL inzwischen etwas zahmer sind. Der Gig stand ganz im Zeichen des neuen Albums und vieler eher ruhigerer Songs, in denen THE CORAL ganz bei sich und ihren Instrumenten sein konnten, was sich auch in der sehr zurückhaltenden Kommunikation mit dem Kölner Publikum widerspiegelte. Dieses wiederum genoss ebenfalls eher introvertiert und lauschte vor allem, auch wenn natürlich Einzelne immer mal wieder textsicher ihre Begeisterung teilten.

Etwas lauter und ausgelassener wurde es zwischendrin mal bei „Simon Diamond“, „Jacqueline“ und dann gegen Ende bei „In the Morning“, wobei es ein wenig wundert, warum gerade die beiden letztgenannten doch sehr schlichten Songs so abgefeiert wurden. Diese Irritation löste sich dann aber schnell auf, denn THE CORAL legten ein Finale furioso mit Songs vom ersten Album hin.

Los ging es mit dem großartigen „Calendars and Clocks“, nach welchem sie sich lange um eine Zugabe bitten ließen, die es dann ebenfalls in sich hatte. Erst uferte „Goodbye“ so aus, wie es eben ausufern muss, um sich dann im tosenden Beifall aufzulösen. Dann schickten THE CORAL noch schnell ihren Tanzflächenhit „Dreaming of You“ hinterher, der seine Wirkung nicht verfehlte.

Dass sie dann als letztes noch einen weiteren Song vom neuen Album spielten, geschenkt, am Ende haben THE CORAL einen dann eben doch gepackt und gezeigt, dass sie immer noch die kleine große Band sind, die einen einmal einen ganzen unvergesslichen Sommer begleitet hat und über die man sich bis heute immer wieder freuen kann.

Fotos: Manuel Kalb

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