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THE DIVINE COMEDY – Foreverland

26 September 2016 No Comment
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the-divine-comedy-forverland-coverDa ist er wieder – der Meister das barock aufgebauschten Pops, der von theatralisch bis humorig so einige Kniffe drauf hat. Ganze sechs Jahre hat sich NEIL HANNON Zeit gelassen, um ein neues Album seiner DIVINE COMEDY vorzulegen. Eine lange Zeit für den umtriebigen Musiker. Los geht die Platte dann auch nicht mit einem neuen Song, sondern mit einem neu arrangierten Bonus Track des Vorgängers. „Napoleon Complex“ kommt in dieser frischen Variante zwar extravaganter, aber nicht zuletzt durch die spitzen Gesangsphrasen seiner Freundin CATHEY DAVEY auch schriller daher. Trotzdem bietet der Song einen faszinierenden erneuten Einstieg in die spinnerte Welt von NEIL HANNON.

Bei derart vielen tollen, wenn auch recht ähnlich gepolten Vorgängern ist es nach über 25 Jahren Band- bzw. Projekt-Geschichte gar nicht mal so leicht mit neuen Einfällen um die Ecke zu kommen. HANNON hat aber nach wie vor genug Asse im Ärmel, um auch diesmal wieder einige musikalische und lyrische Perlen abzuliefern. So gelingen zwar die getragenen Songs wie „Other People“ oder das dennoch feine Titelstück nicht ganz so grandios, wie etwa „An English Lady Of A Certain Age“ oder „The Light Of Day“ vom mittlerweile auch schon zehn Jahre alten Vor-Vorgänger “ Victory For The Comic Muse“, doch schafft es HANNON gerade bei den humorvolleren Nummern wieder voll zu punkten.

Insbesondere die auf den ersten Blick musikalisch vielleicht etwas zu eintönige zweite Single „How Can You Leave Me On My Own“ entpuppt sich bei mehrmaligem Hören als brillant zusammengefügte Karakter-Studie, während „The Pact“ auf herrliche Weise leichtgewichtigen Vaudeville-Pop mit altertümlicher Kriegs-Lyrik paart. Lead Single „Catherine The Great“ ist die Art barocker Uptempo Pop, der wohl exemplarisch für THE DIVINE COMEDY steht. Highlight der Platte ist aber das melancholische „I Joined The Foreign Legion (To Forget)“ mit seinem genial hintergründigen Chorarrangement. Schade nur, dass die Platte nach hinten heraus nachlässt und mit dem hübsch kontrastiv komponierten „My Happy Place“ auf der Neun ihren letzten wichtigen Track enthält. Bis dahin gibt es aber wieder mal viel was sich zu entdecken lohnt.

THE DIVINE COMEDY – Foreverland

Bewertung: 4,5/6
Label:
Divine Comedy Records/PIAS
VÖ: 2.09.2016
thedivinecomedy.com

Trackliste:

  1. Napoleon Complex
  2. Foreverland
  3. Catherine The Great
  4. Funny Peculiar
  5. The Pact
  6. To The Rescue
  7. How Can You Leave Me On My Own
  8. I Joined the Foreign Legion (To Forget)
  9. My Happy Place
  10. A Desperate Man
  11. Other People
  12. The One Who Loves You
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