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THE ENEMY – 30.01.2008 – Köln, Gebäude 9

6 Februar 2008 No Comment
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THE ENEMY - 30.01.08 - Köln, Gebäude 9

THE ENEMY: „Die Band, auf die wir warten, seitdem OASIS vergammeln“, so der NME über seinen Namensvetter. Mal abgesehen davon, dass das bunte Trendsetter-Blatt seiner wöchentlichen Publizierungspflicht nachkommen muss und dabei auch mal einen Griff ins Klo riskiert, lag man mit THE ENEMY absolut richtig. Die drei Schulfreunde wurden im zarten Alter von 17 zur heißesten Band der majestätischen Insel gekürt und haben mit Owen Morris ein No.1 Debütalbum hingelegt, dass einem das Atmen vergeht. Nach zwei Verspätungen dann endlich die Deutschland Tour mit einem ungestümen Gastspiel in Köln.

Mit geschätzten 400 Leuten, die zu einem beachtlichen Teil ebenso aus Coventry angereist waren, um ihr hellblaues Coventry-City Trikot über den beerbelly zu stülpen, war das Kölner Gebäude 9 recht gut besucht. Nach dem schwedischen Support MOLOTOV JIVE, die es gleichsam eilig hatten, stapften THE ENEMY zu einem Intro von den SPECIALS endlich auf die Bühne. Hühnerbrust raus und ran an die Instrumente. Beim Opener „Away From Here“ knallte es sofort gewaltig. Aber hauptsächlich die Gitarre. Der Bass blieb im Verborgenen, genauso wie der kleine Liam an den Drums. Daran sollte sich auch später nichts ändern. Im Mittelpunkt: Sänger Tom Clarke und seine Gitarre samt zwei Hiwatt Amps auf Vollepulle. Der ehemalige Fernsehverkäufer verschwendete auch kaum ein Wort an sein Publikum. Ohne Pause rauschten die Songs an einem vorbei. Die auf Platte fein gesponnenen Melodien kamen nur an, wenn man die begnadeten Songs des September 2007 bei Warner erschienenen Albums „We’ll Live And Die In These Towns“ bereits kannte, ein bisschen Piano Geplänkel vom Roadie half da nicht viel.

Besonders bei den Singles „Had Enough“ und zuletzt „You’re Not Alone“ bekamen die deutschen Indiekids trotzdem ihr Fett weg und feierten ihre neuen Helden angemessen. Songs über Fertigessen, nach Verzweiflung stinkenden Toiletten, schnellem Sex, scheiß Jobs, Fußball und Bier eben. Die Akustik-Hymne „We’ll Live And Die In These Towns“, die den working-class Kummer von THE JAM und OASIS herbeiruft, war der einzige Song zu dem der juvenile Tom die Gitarre wechselte und dabei mal etwas Tempo raus nahm. Nach 40 Minuten war’s dann auch schon vorbei. Leider etwas kurz, eintönig und runtergerotzt, mit meist pausenlosen Übergängen. Sogar die vorhergesehenen Zugaben wurden ohne Unterbrechung einfach angehängt.

Nachdem man seit November mehrmals auf verschobene Gigs vertröstet wurde, stiegen die Erwartungen wohl zu hoch. Dass man sich die Songs derweil öfters hörte, war live auf jeden Fall hilfreich. Im März spielen die mit Preisen überhäuften THE ENEMY an fünf aufeinander folgenden Tagen im Londoner Astoria, das bereits dreimal ausverkauft ist. Wenn die da auch so schell sind, könnte man das auch auf einen Abend verkürzen.

Setlist:
Away From Here
40 Days
Pressure
Technodanceaphobic
Had Enough
Fear Killed
Aggro
Shed A Tear
We’ll Live & Die In These Towns
This Song
It’s Not OK
Happy Birthday Jane
You’re Not Alone

www.theenemy.co.uk

 

Fotos: Gerrit Starczewski

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