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THE EX & OCTO – 21.09.2016, Düsseldorf, Weltkunstzimmer

27 September 2016 No Comment

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An einem lauschigen Mittwochabend finden sich geschätzte siebzig Menschen zu einem wunderbaren alternativen Abend zusammen. Geladen hat der KRACHLADEN, welcher mit einem Konzerthighlight in der etwas karg anmutenden Düsseldorfer Veranstaltungslandschaft seinen Einstand gibt. Das genannte Highlight sind an diesem Abend THE EX aus Amsterdam, mit der Garnitur OCTO aus Köln obendrauf.

Den Anfang macht dann auch pünktlich um 20:30 der kölsche Dreier. Eine eher ungewöhnliche Besetzung mit Drums und zwei Bassgitarren lässt den einen oder anderen Gast etwas komisch gucken. Dieser Blick wird bei den meisten noch ungläubiger, als das Trio loslegt. Laut! Die zelebrierte Lautstärke lockt zudem schnell den letzten Raucher aus dem milden Spätsommerabend rein ins mittlerweile gut gefüllte WELTKUNSTZIMMER.

Vertrackte Rhythmen mit halsbrecherischen Breaks, bei denen ein Sänger (gibt es nicht) eh keine Chance hätte, verfehlen ihre Wirkung nicht. Die Gäste nicken jeden Drumbeat mit und spenden wohlwollend Applaus nach jedem Song. Eine wirklich spannende Band, die man sich merken sollte. Nach circa 40 Minuten und einer halben Zugabe (ein Bassist hat nie die Bühne verlassen, sondern hat wie in Trance ein nie endendes Riff gespielt, bis der Rest zurück auf die Bühne kam) überreichen sie die Bühne an die Niederländer.

Diese Niederländer sind mal eben seit Mitte der 1970er am Start. Sie sind quasi eine Institution. In welchem Genre kann man jedoch nicht so einfach beschreiben. Diese Mischung aus Jazz, Anarcho Punk und Weltmusik, wird live jedoch zusammengeflickt, als wäre es das normalste auf der Welt. Dabei bieten THE EX im Gegensatz zum Opener einen ziemlichen Bruch. Wo OCTO eher ein stoisches, konzentriertes Bild abgaben, erzeugten THE EX ein eher unruhiges Gewusel auf der Bühne.

Mindestens ein Bandmitglied hat immer mehr als ein Bein in der Luft und so versprühen THE EX pure Spielfreude. Dies überträgt sich schnell auf die Konzertbesucher. Es kommt langsam Partystimmung auf. Selbst etwas ruhigere Songs wissen die Leute zu schätzen und hören fast andächtig zu. Nach einer Ewigkeit und ein paar Litern Schweiß, verabschieden sich die Amsterdamer und hinterlassen ein dankbares Publikum.

So bleibt zu hoffen, dass wir noch mehr Konzerte dieser Güte in unserer Stadt erleben können. Danke Krachladen.


Text: Christian Swoboda
Fotos: Andreas Heller / andreasheller.de

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