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THE JAYHAWKS – Paging Mr. Proust

2 Mai 2016 No Comment
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PagingMrProust

Nach einigen Jahren, die THE JAYHAWKS wieder mit ihrem ursprünglich zweiten Sänger/Songwriter Mark Olsen bestritten haben, ist Mastermind Gary Louris jetzt wieder der alleinige Kopf der Band, so wie es in den Jahren 1995-2005 auch schon war. Und dass The Jayhawks auch in dieser Besetzung tolle Platten machen konnten zeigten so feine Werke wie „Sound Of Lies“ oder „Smile“. Jetzt haben sie ein neues Album gemacht, es heißt „Paging Mr. Proust“ und wurde gemeinsam von Louris, Tucker Martine und R.E.M.-Gitarrist Peter Buck produziert.

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist die beste Jayhawks-Platte seit 20 Jahren und das liegt nicht daran, dass die anderen Platten der letzten zwei Dekaden schlecht waren, denn das waren sie auf keinen Fall, sondern das hat seinen Grund in den grandiosen Songs, die Louris für „Paging Mr. Proust“ geschrieben hat und in der hochmotivierten Produktion der Platte. Es steckt eine gute Ladung R.E.M. in dieser Platte, außer Buck waren auch Mike Mills (mit unverwechselbaren Backing-Vocals bei „The Devil Is In Her Eyes“) und auch Scott McCaughey (R.E.M.-Gastgitarrist seit 1995) mit von der Partie.

Neben dem hervorragenden, eingängigen, aber niemals einfältigem klassischem Songwriting ist auf der Platte auch der Mut zum Experiment zu hören, am stärksten in dem Song „Ace“ der ähnlich klingt wie die frühen Scott 4 oder in letzter Konsequenz Krautrock-Pionieren wie Neu!. Aber auch Tracks wie „Lost The Summer“, „Pretty Roses In Your Hair“ oder „Comeback Kids“ basieren auf Arrangements, die man von den Jayhawks nicht unbedingt erwartet.  Dazu kommen die bekannten und geliebten Zutaten, die Jingle-Jangle-Guitars, die Chorgesänge, die amerikanische Leichtigkeit. Die Sologitarre erinnert auf „Paging Mr. Proust“ an einigen Stellen an Neil Young, der diese Kombination aus Fuzz und Kompressor auch bevorzugt verwendet.

Im Jahr 2016 sind The Jayhawks zwar nicht mehr der sprichwörtliche heiße Scheiß, beweisen jedoch mit einem hervorragendem Album, dass sie auch gerade ohne Olsen zu einer der besten US-Bands, die sich noch dem gitarrenbasierten, klassischem Americana-Indierock zuordnen lassen, gehören. Im September kommen sie live zu uns. Das sollte man nicht verpassen!

Bewertung: 5 von 6
Band: jayhawksofficial.com
Label: thirtytigers.com

Tracklist:

  1. Quiet Corners & Empty Spaces
  2. Lost the Summer
  3. Lovers of the Sun
  4. Pretty Roses in Your Hair
  5. Leaving the Monsters Behind
  6. Isabel’s Daughter
  7. Ace
  8. The Devil Is in Her Eyes
  9. Comeback Kids
  10. The Dust of Long-Dead Stars
  11. Lies in Black & White
  12. I’ll Be Your Key

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