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THE KILLS – 27.11.2011, Köln, E-Werk

28 November 2011 No Comment
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THE KILLS - 27.11.11, Köln, E-Werk

Herzflattern der Pink Leopards: Ihr aktuelles Album „Blood Pressures“ steht ihnen live am besten zu Gesicht: Und so zeigten sich THE KILLS bei ihrem Köln-Auftritt düsterer, knarziger und streckenweise weitaus zugänglicher als zuvor. Zur puristischen Live-Instrumentierung mit Gitarre und Gesang von Alison Mosshart und Jamie Hince, die sonst mit haufenweise Drum-Loops und effektierten Samples untermauert wird, gesellten sich im E-Werk dieses Mal auch vier Trommler dazu, die im 50sRock-Look und anfangs mit roten Tüchern vor’m Gesicht ihre mechanische Percussion-Choreographie vorstellten. Das Bühnenbild erweiterten noch zwei Beleuchter, die das Traum-Paar mit bunten Lichtern verfolgte, um die wahnsinnige Rock’n’Sex-Aura des Duos zu betonen.

Alison feierte zuvor ihren 33. Geburtstag, kam wie schon in Amsterdam mit pinken Haaren auf die Bühne und lief zum scheppernden Intro so lange im Kreis, bis ihre Stimme endlich ins Mikro hauchkrächzen konnte. Bereits beim ersten Takt des Drumloops erkannten die gut 700 Zuschauer im E-Werk als zweiten Song „Future Starts Slow“, bei dem Jamie Hince allerdings kleine Gitarrenprobleme hatte. Bei einer so minimalistischen Spielweise wie der des smarten Londoners kann eine verstimmte Saite schon mal die ganze Harmonie versauen. Aber nichts da! Voller Hingabe, die vor allem das endlos bezaubernde Energiebündel Alison Mosshart im manischen Tanz mit dem Mikroständer lebt, sind THE KILLS nach über zehn Jahren im Biz Live-Profis mit Biss.

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Der bombastische Sound mit extrem hohen Wiedererkennungswert lebt natürlich von der animalischen Coolness der beiden Raubkatzen. Ein riesiger Backdrop mit Leoparden-Muster heißt Sie willkommen im Noiserock-Zoo: „My Heat Is A Beating Drum“ und „U.R.A. Fever“ wurden direkt am Anfang des rund 90-Minuten- Gigs kredenzt. Knochenharte Hits, was sollte denn da noch folgen? In der Mitte des Sets rächte sich dann der Samstag etwas in den Knochen und zu ruhigeren Songs mit den immerselben Gitarren-Loops kam etwas Ernüchterung auf. Obwohl die inzwischen von der Bühne gewichenen Trommler mit ihrem Fehlen für angenehme Abwechslung sorgten.

Doch bei „Baby Says“ kehrten die symmetrisch agierenden Percussionisten dann auch schon wieder zurück. Zu „Black Balloon“ und dem meistapllaudierten „Cheap and Chearful“ kam erstmals Richtung Stimmung auf und Alison griff selbst zur Rickenbacker-Gitarre. Das traurig schummrige „The Last Goodbye“ als ersten Song der Zugabe zu spielen, ist mir immer noch befremdlich, aber „Fuck the People“ und „Monkey 23“ als Rausschmeißer entschädigten dann doch noch für den lauen Mittelteil einer eigentlich genialen Band. Am Ende des Gigs verneigten sich alle sechs Musiker gemeinsam vor der Halle, als wäre es der Tourabschluß. Dabei geht’s ja noch weiter nach München und Berlin, hoffentlich mit etwas mehr Esprit seitens der Zuschauer, die in Köln erst zum Ende von den Socken gehauen wurden.

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thekills.tv

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