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THE LIBERTINES – 05.10.2014, Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

30 Oktober 2014 No Comment

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Da sind sie also wieder… THE LIBERTINES, zusammen mit den STROKES ja die Initialzündung des Rock’n’Roll der Nuller. Hat man alles natürlich schon tausend mal gelesen. Überhaupt – was kann man noch interessantes über eine Band wie die LIBERTINES schreiben? Grundsätzlich ist es natürlich schon irgendwie interessant und bizarr, dass eine vergleichsweise junge Band schon so vollkommen zur Nostalgie-Truppe für Leute um die 30 verkommen ist. Um Aktualität ging es also an diesem Sonntag Abend schon mal überhaupt nicht – außer vielleicht wenn man beobachten wollte in welchem Zustand Pete Doherty zur Zeit so ist. Verglichen mit anderen katastrophalen Auftritten wirkte er einigermaßen solide, um das schon mal vorwegzunehmen. Und er war da. Auch eine reife Leistung.

Ja wie wars sonst so? Schwer zu sagen. Dass es räudig wird war klar. Niemand geht ernsthaft zu nem LIBERTINES Konzert und erwartet da ne perfekt geprobte, tighte Show. Immer ging es bei der Band um das Kaputte, das Ausgefranste, die richtigen Fehler und nicht zuletzt um Leidenschaft. So in der nüchternen Rückschau (und nüchtern sollte man sich diese Art von Konzert vielleicht ohnehin nicht geben) muss man aber auch feststellen, dass ein Großteil der Songs leider gar nicht mal so gut ist und einiges vor allem schlecht und eben nicht cool, wild und herrlich rücksichtslos gespielt ist.

Für viele Leute war das Konzert wohl auch eher so ne Art Zoo-Besuch. Wer weiß, ob man Doherty und Barât noch mal zusammen auf einer Bühne sehen wird – da muss man doch mal dabei gewesen sein. War ja auch irgendwie cool die beiden zu beobachten, wie sie in ein Mikro singen, ungelenkt Gitarre spielen und einfach da sind. Das hatte durchaus seinen Charme – nur spätestens ab der Hälfte des Sets wurde es dann doch ziemlich dröge. Die Hits kamen am Anfang und in der Zugabe – in der Mitte gabs fahrig gespieltes Mittelmaß. Und besonders leidenschaftlich wirkte das auch alles nicht mehr.

Größtes Ärgernis war allerdings Drummer Gary Powell. Hinter seiner stillosen Schlagzeug-Burg feuerte er ständig irgendwelchen Technik-affinen Blödsinn ab, der weder zu den Songs passte, noch für sich genommen besonders gut gespielt war. Dazu kam zu allem Unglück noch dieser hochgestimmte Peitschen-Snare-Sound, der einem schon auf den Platten teilweise fett auf den Sack ging, begleitet von einer höllischen Knall-Bassdrum, die so klang wie sich saftige Ohrfeigen anfühlen – manche stehen ja auf sowas. Powells überambitionierter Mischmasch aus pseudo-Metal-Drumming und Funk-Fusion gab dem Ganzen jedenfalls noch mal eine zusätzliche Portion Schülerband-Flair, das auch durch den komplett unscheinbaren Bassisten nicht gerade entkräftet wurde. Irgendwie wollte das alles nicht mehr so richtig passen – wie eine stimmige Band wirkten die LIBERTINES jedenfalls nicht.

Wenigstens gabs in der Zugabe noch mal ein paar hübsche Reißer, die für die belanglose Mitte entschädigen sollten. Dafür ließen sie sich allerdings ganz schön lange bitten… aufs Bitten hatten die Meisten in der ohnehin lediglich halbvollen Halle allerdings nur noch wenig Bock. Ziemlich mau kam einem der Höflichkeits-Applaus vor. Als zuerst Barât die Bühne erneut betrat war sogar der komplett abgeflacht. Egal – wenigstens kann man nun abhaken die LIBERTINES mal gesehen zu haben. Zurück bleibt aber leider doch eine große Portion Ernüchterung.

P.S.: Das erste aufgeschnappte Zitat beim Rausgehen: „Aber warn geiles Konzert, oder?“ Immer wieder interessant, wie verschieden Geschmäcker so sind.

facebook.com/thelibertines

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