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THE MONKEES – Good Times

25 Juni 2016 No Comment
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THE MONKEES waren ein Witz aus den 60s. Ein ziemlich guter allerdings, sie waren quasi so wie die Beatles in ihren Filmen, aber dabei durchaus besser gespielt und in Szene gesetzt. Nur waren sie keine Band im eigentlichen Sinne, die sich zusammen gefunden hat um zu musizieren – sie waren die erste Retortenband in der Popgeschichte. Und trotzdem produzierten sie Hits. Hits, die auch heute noch als Klassiker oder, wie man früher so schön sagte, Oldies geliebt werden. Es war ja auch nicht alles schlecht, damals. Damals, in den 60s. Als die vorbei waren, war bei den Monkees auch die Luft raus. Jetzt haben sie ein Reunion-Album veröffentlicht, das „Good Times“ heißt, damit die 60s meint und auch so klingt. Und das funktioniert sogar.

Es ist wahrlich nicht ihre erste Reunion. Es gab viele davon, bis vor ein paar Jahren auch noch mit Original-Leadsänger Davy Jones, der dann jedoch 2012 verstarb. Es gab auch Platten, die in den Jahrzehnten aufgenommen haben, die allerdings nicht überzeugen konnten. Und jetzt sieht das Cover von „Good Times“ aus wie eine Werbeanzeige aus dem Jahr 1967 und die Platte klingt auch genauso. Natürlich ist auch das jetzt wieder Kalkül, aber in einer Zeit wo Künstler wie Paul Orwell oder Nick Waterhouse für genau so eine Produktion gefeiert werden, können die Monkees mit ihrem neuen Album durchaus mitreden.

The Monkees 2016 – wer ist das überhaupt? Es sind die drei Original-Mitglieder, die damals zusammen mit Jones die Band gebildet haben, also mit einer 75%-Quote an der Urbesetzung so nah dran, wie überhaupt nur noch die Kinks es theoretisch schaffen könnten, würden sich die drei verbliebenden Ur-Mitglieder wieder zusammen tun. Namentlich sind das Mickey Dolenz, Michael Nesmith und Peter Tork- alle drei treten als Leadsänger auf, weniger als Instrumentalisten. An der Instrumentierung hat Produzent Adam Schlesinger großen Anteil, der viel selbst übernimmt und den Rest an fähige Studiomusiker vergibt, die eben nicht wie Auftragsmusiker klingen, sondern den Charme einer 60s-Beatband ziemlich gut hinbekommen.

Bleiben die Songs, und da auch da haben die Verantwortlichen ein glückliches Händchen gehabt. Zum einen wurden Aufnahmen aus den 60s als Grundlage für die neue Produktion verwendet, so dass nicht nur Davy Jones, sondern auch Harry Nilsson und einige Musiker von damals zu hören sind. Außerdem gelang es ihnen auch Songwriter wie Andy Partridge (XTC) und die Herren Gallagher (Noel) und Weller (Paul) im Verbund für das Projekt zu gewinnen. Andere Kompositionen stammen von keinen geringeren als Neil Diamond und Carol King/Gerry Coffin. Ein ziemlicher Gemischtwarenladen durch die Jahrzehnte und doch fügt sich das alles zu einem stimmigen Ganzen zusammen und man überlegt glatt, ob die Monkees ungeachtet ihrer Single-Hits jemals ein so gutes Album hinbekommen haben.

Um das Beispiel von oben aufzugreifen – die Popwelt wäre ob eines neuen Albums der Kinks wohl noch entzückter, aber Retortenband hin und her – entscheidend ist, was hinten raus kommt- die Monkees haben mit „Good Times“ eine klasse Platte produziert, völlig egal, wer da gespielt und produziert hat. Wer ein Faible für die Sounds hat, die in den Jahren 1966 und 1967 aus den USA kamen, kann hier ohne Bedenken zugreifen – was hier zusammengekocht wurde, kommt dem „real shit“ schon ziemlich nahe!

Wertung: 5 von 6
VÖ: 27.05.2016
Band: monkees.com
Label: rhino.com

Tracklist:

1. „Good Times“ (Harry Nilsson)
2. „You Bring The Summer“ (Andy Partridge)
3. „She Makes Me Laugh“ (Rivers Cuomo)
4. „Our Own World“ (Adam Schlesinger)
5. „Gotta Give It Time“ (Jeff Barry/Joey Levine)
6. „Me & Magdalena“ (Ben Gibbard)
7. „Whatever’s Right“ (Tommy Boyce/Bobby Hart)
8. „Love To Love“ (Neil Diamond)
9. „Little Girl“ (Peter Tork)
10. „Birth Of An Accidental Hipster“ (Noel Gallagher/Paul Weller)
11. „I Wasn’t Born To Follow“ (Carole King/Gerry Goffin)
12. „I Know What I Know“ (Michael Nesmith)
13. „I Was There (And I’m Told I Had A Good Time)“ (Micky Dolenz/Adam Schlesinger)

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