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THERAPY?, DÚNÉ, PORTUGAL. THE MAN – 13.02.2008, Bochum, Zeche

6 März 2008 No Comment
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THERAPY?, DÚNÉ, PORTUGAL. THE MAN - 13.02.08, Bochum, Zeche

An einem Nebel getränkten Mittwochabend versammelten sich in Bochum zig musikbegeisterte Menschen mit Bier und Schnaps in Blut und Hand zu einem Konzert der besonderen Art. In der Zeche fand das dritte Konzert der Gruppe B der Jägermeister Rock:Liga statt. Nach Köln und Aschaffenburg stieg die Sause diesmal in der Ruhrstadt mit Sekunden anzeigenden Fußgängerampeln.

Das besondere an der mittlerweile vierten Rock:Liga sind nicht nur die hochkarätigen Bands, die durch die Republik geschickt werden, sondern die Liga-Idee an sich. Zwölf Bands spielen jeweils 45 Minuten auf zwanzig Konzerten. Der Zuschauer Jubel entscheidet wer am Ende ins Finale einzieht. Zwar wurde in dieser Saison auf eine Jury verzichtet, doch auch Konzerte zumindest der gleichen Gruppe wecken das Interesse. Die Sieger von Köln und Verlierer von Aschaffenburg PORTUGAL. THE MAN sind diesmal der Opener in der reichlich überfüllten Zeche. Die drei Vollblutmusiker aus Alaska demonstrierten eindruckvoll wie Gigs auch ganz anders funktionieren können. Neben Stücken aus dem Album „Church Mouth“ jammte sich das Trio in Ekstase. Ein einmaliges Erlebnis. Bei PORTUGAL. THE MAN ist jedes Konzert anders und lädt mit reichlich Psychedelica und Hendrix/Doors-Vibes zum Staunen ein. Dabei sollen auch mal schlechte Abende dabei sein, aber erst die machen die guten zu den besseren, erklärte Sänger John Gourley mit Pudelmütze und Holzfäller-Look.

Als dann nach rascher Umbaupause von Moderator Axel Bosse eine heiße junge Elektrorock Band aus Dänemark angekündigt wurde, zog sich förmlich die Luft zusammen. In blauem Nebel offenbarten sich zu einem langen und äußerst tanzzwingenden Intro sieben junge Wilde. Auf der dunklen mit Stroboskop beblitzten Bühne meldeten sich die kreativen DÚNÉ hochgemut zum Antritt des nächsten Spieltages. Danish Dynamite eben. Man will meinen die Fußball-Europameisterschaft 1992 beflügelt dieses schöne Land bis heute. Besonders Sänger Mattias Kolstrup war ein echter Wirbelwind. Malte, Simon, Piotrek, Ole, Danny und Cille intensivierten die Bühnenpräsenz mit reichlich Instrumentarium und ansteckender Leidenschaft. Ihr Debütalbum „We Are In There, You Are Out Here” räumte nicht nur in Skandinavien ab. Für einen Newcomer präsentierten die mit Preisen überschütteten DÚNÉ reichlich Hits, allen voran „80 Years“, das den meisten bekannt ist und bei dem die Post abging. Schon allein die zeitgenössische und ekstatische Stimmung der zwischen Indierock und NewWave taumelnden Songs sollte den Dänen einen klaren Vorteil vor dem Trio aus Alaska verschaffen.

THERAPY? betraten dann sozusagen als Headliner des Abends die Bühne, nachdem sie ja kurzfristig für BIFFY CLYRO eingesprungen waren, weil diese sich für den Europa Support von den Queens Of The Stoneage entschieden hatten. Die alten Hasen aus Nordirland brachten das Publikum auf einmal stark in Bedrängnis. Ziemlich viele THERAPY? Fans rückten in die Frontreihen und sorgten dort für ordentlich Bewegung. Aber die kam natürlich nicht von ungefähr. Bei alten Hits wie „Nowhere“ und „Screamager“ aber auch bei Neuem vom Album „One Cure Fits All“ bebte die Zeche bis zum Erbrechen. Obwohl nur mit einer Gitarre bewaffnet rockten THERAPY? gewaltig und gewannen am Ende mit nur 0,1 dB Vorsprung in Bochum. Nach den Konzerten in Chemnitz und Cottbus gingen THERAPY? dann auch als Gesamtsieger der Gruppe B hervor. Am Ende stand es in der Gruppe sogar unentschieden. Weil alle drei Bands gleich viele Punkte hatten, loste eine junge Cottbuserin das Los für den Finalisten THERAPY?, die im Mai neben SPARTA schon mal fürs Finale in Berlin feststehen.

Im Tourtagebuch von Rock:Liga Moderator Axel Bosse kann man noch mal spannende Storys aus den Alkohol getränkten Backstage-Bereichen und dem abwechslungsreichen Tourleben der Bands nachlesen.

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