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TORCH – 15.12.2016, Düsseldorf, zakk, Lieblingsplatte Festival

19 Dezember 2016 No Comment
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Dass Rap-Urgestein TORCH zusammen mit seinem kongenialen Partner TONI-L als ADVANCED CHEMISTRY einst zum dopesten Shit des Deutschen Hip Hops gehörten, lässt heute vermutlich den Gangsta-Jugendlichen vor Schreck die HAFTBEFEHL-Tracks aus der Spotify-Liste fallen. Doch Anfang der 2000er Jahre war TORCHs erstes Solo-Album Blauer Samt ein Meilenstein der damals immer noch recht jungen Gegenkultur.

Mit dem neu geschaffenen Lieblingsplatte Festival des Düsseldorfer zakk, das in diesem Jahr zum ersten Mal stattfand, wurde ein überaus sympathisches Format geschaffen, um uns die Platten der Vergangenheit nochmal in einem einmaligen Live-Erlebnis ins Gedächtnis zu rufen. Und an diesem Abend huldigte man dem Meister aus Heidelberg und seinem vielleicht wichtigsten Album.

Soviel vorweg, die Platte funktioniert live heute noch wie vor 16 Jahren. Die Tatsache, dass solch ein Konzept vor allem die Ur-Fans der ersten Stunde anlockt, sollte dabei nicht allzu hoch gehangen werden. Nachdem TORCHs Plattendreher DJ SOUNDTRAX ein kurzes Warm-up mit seinen eigenen Kompositionen geben durfte, stürmte der Meister die Bühne und hatte die Menge von Beginn an im Griff.

Von Die Welt brennt, Als ich zur Schule ging bis Blauer Schein feierte das Publikum sämtliche (zahlreichen) Hits der Platte und verzieh dem MC auch so manchen Versuch, Textaussetzer zu kaschieren und übernahm brav alle abverlangten Mitsing-Parts. Doch vor allem als zu Wir waren mal Stars und Wer bin ich TONI-L die Bühne betrat, gab es kein Halten mehr.

Nachdem das Hauptprogramm namens Blauer Samt abgehakt war, gehörte der Zugaben Teil auch allen voran dem alten Weggefährten TONI-L, der mit seinem Gastspiel fast mehr Enthusiasmus erntete als TORCH selbst.

So fand mit diesem Konzert auch der deutsche Hip Hop einen mehr als würdigen Vertreter im Rahmen des Lieblingsplatte Festivals zwischen Post-Punk-Legenden und Indierock-Pionieren und kurzzeitig – zumindest für diesen Abend – war Heidelberg wieder das Epizentrum des qualitativ hochwertigen Deutsch-Raps.

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