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TURBOSTAAT – Das Island Manöver

1 April 2010 No Comment

Turbostaat - Das Island ManöverDie Welt geht zugrunde. Und das im Kleinen. Auf ihrem neuen Album „Das Island Manöver“ widmen sich TURBOSTAAT kryptisch wie immer und düster wie nie den dunklen Seiten des Alltags und machen deutlich: das Leben stinkt.

Sperrig ist das manchmal, aber das war es immer. Ein TURBOSTAAT -Album findet man nicht nach dem ersten Mal Hören gut – dafür nach dem zweiten Mal umso besser. Dazu tragen sicher viel die Texte und der Gesang von Jan Windmeier bei. Herkömmliche Melodien findet man im Repertoire des Sängers selten und oftmals klingt sein Gekeife mehr nach Gesprochenem als nach Gesang. Er schleudert Satzfragmente, Parolen, Metaphern ins Rund, die sich dann zu Texten fügen, die halten, was die schrägen Songtitel versprechen.

Die Songs handeln dabei von Tod und Leiden und von Einsamkeit. „Und am Ende vom Jahr nimmt er deine Hand und geht mit dir ins Watt. Hört sich traurig an. Ist es auch“, singen TURBOSTAAT im Song „Fraukes Ende“. Lichter am Ende des Tunnels? Ein Ausweg? Sucht man vergebens. TURBOSTAAT bieten keine Lösungen an und musizieren nicht für eine bessere Welt. Sie spielen den Trauermarsch für die Bestehende. Auffallend sind dabei die zahlreichen Hinweise auf das Mittelalter beziehungsweise die Feudalzeit. Thematisch passt das, schließlich gingen diese Tage nicht als die hellsten in die Geschichte ein.

Musikalisch geht es dabei wie bisher zur Sache. Druckvoll brettern TURBOSTAAT durch die 13 Lieder und lassen die Gitarren sägen und die Bassabteilung stampfen. Stellvertretend für die vielen guten Songs auf „Das Island Manöver“ kann man „Kussmaul“ beim Namen nennen. Der Song gibt den polternden Auftakt und macht gleich mal deutlich, dass TURBOSTAAT auch auf einem Majorlabel keine Zugeständnisse machen. Wer solche zum Beispiel wegen des fast schon poppigen Hintergrundgesangs in der großartigen ersten Singleauskopplung „Pennen bei Glufke“ sieht, hat nichts verstanden und erst recht nicht zugehört.

Mit „Das Island Manöver“ gehen TURBOSTAAT einen weiteren Schritt. Nicht nach vorne, nicht zurück und nicht zur Seite. Sie gehen einen weiteren Schritt zu sich. Kreisen um sich, bleiben sich treu. Klar: die Hallen werden größer, die Produktion fetter. Aber was ändert das an der Richtung. Nichts. TURBOSTAAT nehmen die besseren Bedingungen an und bleiben wie sie sind. Oder was sie sind. Eine Insel nämlich.

P.S. Der Limited Edition (CD/LP) liegt übrigens eine Live-DVD vom Gig im SO36 in Berlin Ende 2008 (hier geht es zum Bericht).

Bewertung: 5 von 6
Vö: 9. April 2010
Label: Warner
Format: LP / CD

Mehr Infos:
www.turbostaat.de
www.warnermusic.de

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