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VIETNAM VETERANS – 23.05.2015, Das Bett, Frankfurt

7 Juli 2015 No Comment
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VIETNAM VETERANS Frankfurt 2015

Pfingsten 2015. Wie unerwartet der heilige Geist die Jünger Jesu in Form von Zungen wie Feuer erfüllte und sie anfangen in fremden Sprachen zu reden, so gingen die VIETNAM VETERANS aus Burgund nach einer dreißigjährigen (!) Pause wieder auf Tour .

In einer vier Konzerte umfassenden Mini-Blitz-Tournee mit Stationen in Verviers (Belgien), Recklinghausen (2 Konzerte) und Frankfurt brachten Mark Enbatta und seine Jungs Acid-Visionen über Deutschland. Die letzte Station auf ihrer „A Fistful of Love“ Tour brachte sie wieder in die Mainmetropole wo sie in den 80ern regelmäßig volle Clubs vorfanden.

Angesprochen auf die Frage wieso es zu einer Reunion kam, entgegnet Mark Enbatta triggerfish, „Die Band VIETNAM VETERANS hatten sich aufgelöst. Selbst als ich mein Solo-Album „Hidden passions“ 1988 veröffentlichte, halfen mir die VIETNAM VETERANS aus. Nach einigen privaten Umbrüchen und Phasen 2006-2009 in denen wir als Les Gitanes auftraten und Alben einspielten, war die Zeit gekommen die legendären VIETNAM VETERANS wieder zu reformieren.“

Nichts ist beständiger als der stete Wandel – so auch bei dieser Band. Neben Sänger, Gitarrist und Mastermind Mark Enbatta sind auf dem aktuellen Album neben Lucas Trouble als Produzent, Keyboarder und Gitarrist sowie Martin Joyce am Schlagzeug und Backing Vocals dabei. Der gebürtige US-Amerikaner Peter McConnel steuert Bass, Backing Vocals sowie Lead-Gesang beim Lied „The plane“ bei.

Leider war Das Bett nach einem am Vortag gut besuchten Konzert der New Yorker Punk-Kultband The Dictators trotz Unterstützung durch local support acts nicht gut besucht – dennoch ließen es sich Hardcore Fans nicht nur aus dem Rhein-Main-Gebiet, sondern aus Mannheim nicht nehmen der Band ihre Aufwartung zu machen. Nach Sets von The Pirates of Venus und den legendären The Heinz Tigers betraten endlich die Vietnam Vets die Bühne und lieferten ein fulminantes Set ab.

Stoisch beackerten sie ihr Publikum mit französischen Gelassenheit und Bühnenerfahrung: Enbatta spielte eine durch den Fuzztone gejagte E-Gitarre und Trouble eine Farfisa-Orgel, die ? and the Mysterians alle Ehren gemacht hätten. Schlagzeuger Joyce bildete die Nachhut und spielte gruppendienliche Fills. Neuzugang Peter McConnel , der im Jack Black („School of Rock“) Ähnlichkeitswettbewerb gewinnen würde, ist eine willkommene Ergänzung und spielt einen virtuosen Bass, der die Breitseiten von Enbatta und Trouble kongenial ergänzt. Auch in punkto Bühnenpräsenz ist er überaus aktiv und springt auf der Bühne hin und her, dass es eine Freude ist.

Manchmal kommen sie einem vor wie eine französische Version von Green on Red vor – der Kultband der 80er, denen sie öfters in den Clubs begegnet sein musste und deren Album „Gas food lodging“ eines der Lieblingsalben von Enbatta ist. Viele Songs sind ebenfalls im Midtempo-Bereich, andererseits spielen die Vets auch tanzbaren 60s Garage Rock.

Als die Band sich schön eingespielt hat, blasen sie einem endgültig die Lichter aus indem sie ihre schweren Geschütze auffahren und einen Mindblower à la „Set the controls for the heart of the sun“ (Pink Floyd) / „No easy way down“ (Rain Parade) / „Revolution“ (Spacemen 3) um die Ohren hauen.

Hier meint man fast, dass die Band die Musik in der Luft stehen lässt. Nach diesem fulminanten Finale ist das offizielle Set beendet. Auf nicht endenden Rufe nach Zugaben kommen die Viet Vets nochmal auf die Bühne und hauen noch ein paar Lieder raus, die das Set wunderbar abrunden.

Angesichts dieser Leistung können Mark Enbatta und seine Veteranen bald die Tapferkeitsmedaille in Sachen Psychedelic Rock in Empfang nehmen – À votre santé und auf die nächsten 30 Jahre!

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